Fönikus trifft Forschungsministerin

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek besuchte im Rahmen ihrer Länderreise die sächsische Landeshauptstadt Dresden um sich darüber zu informieren, wie sehr Zukunftstechnologien künftig Arbeits- und Alltagsleben beeinflussen werden. Dabei informierte sich die Ministerien zusammen mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer und Sachsens Ministerin für Wissenschaft und Kunst Dr. Eva-Maria Stange auch über die Arbeit von smart³. Im Vordergrund standen dieses Mal insbesondere die Aktivitäten zur Vermittlung komplexen Werkstoff-Know-hows an unterschiedliche Zielgruppen – von Schülern über Studenten bis hin zu Technikern und mittelständischen Unternehmen.

Die unterschiedlichen Vermittlungsmodule von smart³ dienen sowohl der Information der interessierten Öffentlichkeit über intelligente Werkstoffe im Allgemeinen, als auch der Vermittlung werkstoffspezifischer Parameter und Einsatzmöglichkeiten an potenzielle Anwender. So lernen bereits Schülerinnen und Schüler in kurzen Experimenten die Möglichkeiten und Einsatzszenarien unterschiedlicher intelligenter Werkstoffe kennen. Detailliertere Versuchsaufbauten unterstützen Unternehmen dabei, Werkstoffexpertise im Bereich smart materials aufzubauen und Mitarbeiter zu schulen. Und der „Fönikus“, ein scheinbar dem Meer entsprungenes künstlerisches Objekt, erklärt niederschwellig die Funktionsweise sogenannter thermischer Formgedächtnislegierungen: ein kurzer Schwall warmer Luft genügt, dass der „Fönikus“ ganz von selbst seine Tentakel hebt.

Bundesforschungsministerin Karliczek konnte so nicht in der Theorie erfahren, womit sich das smart³ beschäftigt, sondern selbst Hand anlegen und sich vom magischen Tanz der Tentakeln verzaubern lassen oder sich an den Smart Boards über sensorische und aktorische Eigenschaften von Formgedächtnislegierungen und Piezokeramiken informieren.

Smarter Austausch im Herzen der Hauptstadt: Die smart³-Tage 2018 in Berlin

Am 10. und 11. Dezember 2018 fanden im Fraunhofer Forum Berlin die smart³-Tage statt. Mit Bildern und Eindrücken blicken wir nun noch einmal zurück auf ein erfolgreiches Zusammentreffen unseres Netzwerks zu anregenden Vorträgen und Material-Workshops sowie der Merlin-Release-Party.
Anja Eisen beim Graphic Recording

Mit einem Vorabend-Event starteten die Veranstaltungstage am 10.12.2018 im Fraunhofer-Forum Berlin. In guter Nachbarschaft zur Museumsinsel waren die Gäste zum Get-Together im fotogenen Atrium des Fraunhofer-Forums im Herzen der Hauptstadt zusammengekommen. Alte und neue Mitglieder hatten so die Gelegenheit, sich in lockerer Atmosphäre auszutauschen, kennenzulernen und mit einem Drink auf gute Kontakte anzustoßen. Highlight war auch ein erster Blick in die druckfrische, zweite Ausgabe des Merlin-Magazins mit vielen neuen Themen rund um smart³ und das Netzwerk. Illustratorin Anja Eisen verewigte nebenan die Wünsche der Gäste für die nächste Merlin-Ausgabe mittels Graphic Recording künstlerisch auf Papier.

 

Das bunte Atrium des Fraunhofer-Forums Berlin

Daran anschließend fanden Materials-Workshops zu den smart materials FGL, MSM und Piezokeramiken statt. TeilnehmerInnen konnten wichtiges Grundwissen zu den Materialien durch einen Experten erfahren. Abschließender Programmpunkt des Tages war die jährliche Mitgliederversammlung des smart³-Innovationsnetzwerks.

Den Rahmen der Veranstaltung bildete die Begleitausstellung des mobilen Laboratoriums mit interessanten Demonstratoren aus dem ZEIT ZU ZEIGEN-Ideenwettbewerb im Konferenzraum des Fraunhofer-Forums. Des Weiteren stellten einige Netzwerkpartner vor Ort ihre aktuellen Projekte und Demonstratoren aus, die von neugierigen Interessenten genau begutachtet und ausgetestet werden konnten. Die begleitende Posterausstellung informierte über aktuelle FuE-Projekte.

Nach dieser gelungenen Zusammenkunft freuen wir uns schon auf die smart³-Tage 2019, dieses Mal im Rahmen der diesjährigen Werkstoffwoche im September 2019 in Dresden – Save the Date!

 

(Fotos ©Sascha Linke)

 

Im mobilen Werkstoff-Labor der smart materials

Mit dem mobilen Laboratorium sowie vielen kreativen Exponaten zeigt die smart³-Ausstellung in Berlin derzeit, mit welchen Fähigkeiten intelligente Werkstoffe überraschen. Vom 26.11.2018 bis 29.01.2019 ist die Ausstellung im Fraunhofer-Forum installiert.

Im Konferenzraum des Fraunhofer-Forum Berlin steht seit dem vergangenen Wochenende ein Labor. Schutzkleidung ist für eine Besichtigung nicht nötig. Dennoch bleibt das Risiko, hinterher mit viel Wissen und Begeisterung für smart materials infiziert zu sein. Denn die Ausstellung präsentiert vier smart materials und ihre überraschenden Fähigkeiten. Interessierte finden ausführliches Werkstoffwissen auf den Ausstelltafeln und können die kleinen Wundermaterialien in ihrer Reinform Auge um Auge betrachten. Die Materialklassen von Piezokeramiken bis Formgedächtnislegierungen sind umfassend ausgeschildert.

Auch das grüne FÖNIKUS-Modell, der smarte Rasierer Shave³, der Circus Minimus mit Smarterials-Show für Zuhause und viele weitere Exponate aus dem Ideenwettbewerb ZEIT ZU ZEIGEN, die von verschiedenen Projektpartner des Innovationsnetzwerks smart³ stammen, werden präsentiert. Sie demonstrieren, wie smart materials bereits sinnvoll und originell Anwendung finden und in unterschiedlichen Bereichen, von Technik über Gesundheitswesen bis hin zu Kunst, eingesetzt werden.

Die Ausstellung ist derzeit für Teilnehmer von Veranstaltungen im Konferenzraum des Fraunhofer-Forums zugänglich. Sie wird zudem als Main-Location für die smart³-Tage am 10./11.12.2018 für Konferenzteilnehmer zu besichtigen sein.

Humor, Comics und forschungswerkstatt als Zugangscodes zur Wissenschaft

Drei Tage Forum Wissenschaftskommunikation 2018 in Bonn. Drei Tage Input, Ideen und Visionen zur erfolgreichen Wissenschaftskommunikation zwischen Branchenvertretern und Wissenschaftskommunikatoren. Und smart³ mittendrin, statt nur dabei.

Wenn wir von Piezokeramiken, thermischen und magnetischen Formgedächtnislegierungen oder dielektrischen Elastomeren sprechen, klingt das für die breite Öffentlichkeit erst einmal nach komplizierter Wissenschaft und Fachsimpelei. Das muss es nicht, sind intelligente Werkstoffe doch unsichtbare Alltagsbegleiter, die alle etwas angehen – nicht nur Materialwissenschaftler und Fachingenieure. Um das verständlich zu machen, braucht es gute, öffentliche Wissenschaftskommunikation, die fachfremdem Publikum mit jeglicher Nähe oder Entfernung zum Thema erlaubt, die komplexen Prozesse und das komplizierte Fachwissen zu verstehen. Mit anderen Worten heißt das: Wissenschaft für alle – in unserem Sinne also: smart materials für alle.

Auf dem 11. Forum Wissenschaftskommunikation (bekannt unter dem Hashtag #FWK18) trafen sich auch in diesem Jahr wieder über 500 Experten, Branchenvertreter und Wissenschaftskommunikatoren, die alle im Kern ihrer Tätigkeit und Leidenschaft diese Vision verfolgen. Raus aus dem Elfenbeinturm, dem Labor, dem stillen Forscherkämmerlein, hinaus in die Gesellschaft, Menschen aus allen Bereichen, von jung bis alt und groß bis klein. Längst kein Geheimnis mehr ist, dass in der Wissenschaftswelt erfolgreiche Projekte mittlerweile oft mit guter Wissenschaftskommunikation einhergehen. All das in den unterschiedlichsten Arten und Formaten, wie sich auch auf dem #FWK18 zeigte. Auf dem Programm: Keynotes, Vorträge, Sessions und Workshops mit anschaulichen Beispielen. Unter anderem: Humor als Zugang zu sonst trockenen Inhalten, empfiehlt Dr. Eckart von Hirschhausen, bekannter Buchautor und Mediziner. Komödiante Darstellungen helfen, besonders bei kontroversen, polarisierten Themen der Wissenschaft wie Impfungen oder Organspende. Sie gewinnen die Aufmerksamkeit der Zuhörer und bringen sie humorvoll dazu, festgefahrene Einstellungen zu überdenken. Auch Comics regen auf bunte, lockere Weise grau gewordene Gehirnzellen an, um Wissenschaft erfolgreich zu Wort kommen zu lassen.

Mit anderen Worten heißt das: Wissenschaft für alle – in unserem Sinne also: smart materials für alle.

Smart³ kümmert sich ausgiebig um die gute, verständliche und vielfältige Kommunikation der neusten Erkenntnisse aus der Materialwissenschaft. Eins der dafür angewandten Formate ist die forschungswerkstatt smart materials im Rahmen des FuE-Projektes smart materials satellites, die als Best Practice-Beispiel auf dem #FWK18 vorgestellt wurde. Von Mai bis Oktober 2018 in den Technischen Sammlungen Dresden ausgestellt, bot die forschungswerkstatt ihren kleinen und großen Besuchern viele Stationen zum Ausprobieren und Experimentieren mit den besonderen Materialien. Die kleinen Monster, die dank erwärmter Formgedächtnislegierungs-Drähte aus ihren Verstecken hervorkamen oder der gruselig magnetische Schleim, den man mit Hilfe von Magneten zum Tanzen bringen konnte – zwischen Science Camp und offener Werkstatt entfaltete sich dieses Format zum vollen Erfolg. Es wurde nicht nur Wissen aus aktuellen Forschungsbemühungen in der Materialwissenschaft gezeigt und vorgeführt, sondern vor allem greifbar und erfahrbar gemacht und damit publikumsnah und mit großem Erinnerungspotenzial.

Was vom Forum Wissenschaftskommunikation 2018 bleibt, sind reichlich Eindrücke und frische Ideen für künftige Projekte, eine gelungene Vorstellung der forschungswerkstatt mit vielen neugewonnenen Interessenten und ein um zahlreiche neue Kontakte erweitertes smart³-Innovationsnetzwerk./mk

Wissenschaft spricht, wenn FÖNIKUS die Tentakel hebt

In der Reihe „Wissenschaft und Kunst im Dialog“ der Fraunhofer-Gesellschaft eröffnete am 15.10.2018 die smart materials-Ausstellung im Fraunhofer-Haus München. Im Mittelpunkt: FÖNIKUS und die fast magisch anmutende Wissenschaft der smarten FGL-Drähte.

Frieren muss FÖNIKUS nicht, als er am Montagabend erstmals vor so vielen Besuchern präsentiert wird. Das Fraunhofer-Haus München ist gut besucht. Alle Augen sind gebannt auf die grazilen Armbewegungen des maritimen Kunstobjekts gerichtet. Beate Eismann, Künstlerin aus Halle/Saale, steht stolz daneben und richtet einen Föhn auf eines ihrer beiden Werke. Wärme veranlasst die verbauten smart materials, die Formgedächtnislegierungen (FGL), eine zuvor angelernte Form anzunehmen. Verbogene FGL-Drähte richten sich so bei Erreichen einer bestimmten Temperatur wieder gerade aus. Für den FÖNIKUS bedeutet das: die kleine, krakenähnliche Figur hebt Dank der FGL-Drähte bei warmer Föhnluft munter und lebendig ihre Tentakel und Fühler.

Ein Dialog aus Wissenschaft und Kunst braut sich zusammen: technische Funktionalität der smart materials trifft auf Deutungen und Interpretationen rund um Form, Farbe und künstlerische Einordnung des Objekts.

Innovative technologische Entwicklungen brauchen begleitende, öffentliche Diskussion (…). Kunst und Design haben in diesem Zusammenhang eine wichtige kommunikative Funktion.

Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft

Gleich in zweifacher, roter und goldener Ausführung präsentiert die Künstlerin ihr Werk. Es lässt viel Interpretationsraum, Tier, Pflanze oder beides zu sein – eine Gestalt aus Untiefen, auferstanden für die Zukunft der innovativen Materialien. 

Ringsum die beiden Publikumsmagneten runden die fotografischen und filmischen Werke von Sascha Linke das Eintauchen in maritime Sphären ab. Detailaufnahmen zeigen dem Betrachter ganz neue, faszinierende Perspektiven in fesselnder, überdimensionaler Größe. Entlang der Fotografien lädt auch eine filmische Inszenierung zum Verweilen ein. In beiden Formaten hat Linke es geschafft, die Strukturen und Linien des aufwändigen Modells mit seiner Linse eingefangen. 

Prof. Dr. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, eröffnete die Ausstellung. Für ihn ist die Veranstaltungsreihe eine Notwendigkeit zur Verantwortung, nicht nur Wissenschaft und Kunst näher zueinander zu bringen, sondern auch die Öffentlichkeit mehr in wissenschaftlich-technische Prozesse einzubeziehen. „Innovative technologische Entwicklungen brauchen begleitende, öffentliche Diskussion, in der Chancen und Risiken verhandelt werden. Kunst und Design haben in diesem Zusammenhang eine wichtige kommunikative Funktion“, sagte er zur Veranstaltung.

Noch bis zum 30. November 2018 können Interessierte den FÖNIKUS im Fraunhofer-Haus München besuchen. Dafür ist die Ausstellung jeweils Montag bis Freitag, 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet./mk

Circus Minimus – Die smarten Artisten im Schuhkarton

Manege frei für den „Circus Minimus“! Die Artisten steigen aus dem Schuhkarton, vollführen ihre Kunststücke, recken sich nach Flötentönen, offenbaren scheinbar Unsichtbares und stemmen Gewichte. Und wie es sich für einen Zirkus gehört, darf auch der Clown mit der leuchtenden Nase nicht fehlen. Doch „Circus Minimus“ ist mehr als bloße Unterhaltung. Wer der Vorstellung aufmerksam folgt, lernt Einiges über die faszinierenden Materialien von smart³.

Denn die Artisten verdeutlichen jeder eine spezifische Eigenschaft intelligenter Materialien und verdeutlichen so das große Potenzial, das in Formgedächtnislegierungen, Piezokeramiken oder thermoreaktiven Materialien steckt. Auf ganz spielerische Weise, für Kinder, für Eltern und für alte Hasen. Denn „Circus Minimus“ ist mehr als ein Kinderspiel. Die eingängigen Demonstratoren schaffen ein Erlebnis des Materials, informieren und schaffen Verständnis und initiieren damit einen Prozess des Erinnerns, Weitergebens und Weiterdenkens. Der Flohzirkus aus dem Schuhkarton bringt damit bereits Kinder und Jugendliche, aber auch die interessierte Öffentlichkeit auf niederschwellige Art und Weise mit intelligenten Materialien in Berührung, die sonst vor allem hinter verschlossenen Labortüren erforscht und verarbeitet werden. Beim „Circus Minimus“ soll jeder etwas mitnehmen.

Und dieses „Mitnehmen“ ist durchaus wörtlich gemeint. Denn die Artisten sind als DIY-Kits konzipiert. Die Bastelsätze zum Selbermachen können demnächst über das Projekthaus smart³, über die Technischen Sammlungen Dresden oder über DIY-Websites bezogen und nachgebaut werden. „Circus Minimus“ schärft so die Wahrnehmung von smart materials in unserem Alltag. Applaus, bitte!

Zirkusdirektor und -gründer sind die Technischen Sammlungen Dresden. Die Artisten enstanden im Rahmen des smart³-Ideenwettbewerbs ZEIT ZU ZEIGEN. Gesucht wurden dabei Ideen für Demonstratoren, die das große Potenzial von smart materials eingängig und mit großer Strahlkraft verdeutlichen.

Die Circus-Direktoren und Initiatoren Holger Seifert (hinten), Anne Adelt (li.), Anja Johannes

Sensegrity – Aus Chaos wird Licht

Sie gilt als das Centerpiece im Wohnbereich und wird bisweilen mittels formaler Besonderheiten in der Raumgestaltung inszeniert. Sie ist mehr als reine Funktion. Die Rede ist von der Leuchte. Sie spendet nicht nur Licht sondern entscheidet damit über Lichtverhältnisse und Stimmung eines Raumes. Der Demonstrator „Sensegrity“ nutzt smart materials, um Leuchten noch eindrucksvoller darzustellen.

Das System nutzt dabei die Kraft der thermisch angeregten Kontraktionen von Formgedächtnislegierungen. Durch den Stromfluss, der mit dem Einschalten der Leuchte in Gang gesetzt wird, erzeugen die dadurch aktivierten FGL-Drähte in der nach dem Tensegrityprinzip aufgebauten Leuchte Zugspannung und geben dem System Form und Stabilität. Im inaktiven Zustand wirkt die Leuchte aus Stäben, Drähten und bespannten Flächen dekonstruiert, chaotisch und leblos. Durch die fehlende Spannung hängen die Flächen durch, die Stäbe erscheinen ohne Struktur, das Licht leuchtet nicht.

Studien des Tensegrity-Prinzips als Vorstudien zu „Sensegrity“

Wird das Licht eingeschaltet, wird gleichzeitig elektrische Spannung auf die FGL-Drähte gegeben. Diese kontrahieren und verschaffen stabilisieren das System durch die eintretende Zugspannung. Die Leuchte gewinnt an Form und wird zum Leben erweckt.

Durch die Leuchte als Lichtgeber und sich entwickelnde, dynamische Skulptur schafft „Sensegrity“ einen Eye-Catcher im Raum. Wird der Stromkreis getrennt, fällt die Struktur in sich zusammen. Das An- und Ausschalten erzeugt ein stetiges Wechselspiel aus Konstruktion und Dekonstruktion.

„Sensegrity“ ist im Rahmen des smart³-Ideenwettbewerbs ZEIT ZU ZEIGEN entstanden. Gesucht wurden dabei Ideen für Demonstratoren, die das große Potenzial von smart materials eingängig und mit großer Strahlkraft verdeutlichen. Aus allen Einreichungen in den Themenfeldern Gesundheit, Mobilität, Produktion und Lifestyle wählte eine interdisziplinäre Jury neben vier weiteren Preisträgern das Leuchtenkonzept des Designstudios THE CONSTITUTE aus.

Zwei Männer sitzen vor dem Demonstrator Sensegrity
Jens Beyer (li.) und Christian Zöllner von THE CONSTITUTE sind die Erfinder von „Sensegrity“

Shave³ – Die Zukunft wird sanft

Magnetische Formgedächtnislegierungen (MSM) könnten künftig Rasuren ungekannter Sanftheit bei gleichzeitig geringer Geräuschentwicklung ermöglichen. Denn das neuartige Rasiererkonzept Shave³ nutzt die Vorteile von MSM, um die Antriebe einer neuen Generation von Elektrorasierern sanfter, Haut schonender und leiser zu machen.

Herkömmliche Elektrorasierer nutzen Elektromotoren oder elektromagnetische Schwinganker, um den Scherkopf anzutreiben. Um hierbei die Scherleistung und damit das Rasurergebnis zu verbessern, wird dabei meist die Frequenz der Schermesserbewegungen erhöht. Dies kann neben einem erhöhten Geräuschpegel jedoch auch zu unangenehmen Vibrationen  führen. Für eine sanfte Rasur wäre hingegen vor allem eine hohe Geschwindigkeit der Messer während der Schneidphase ideal. Dadurch kann die Frequenz bei gleicher Scherqualität reduziert werden – die Haut wird geschont, der Geräuschpegel reduziert.

Im Rahmen des smart³-Ideenwettbewerbs ZEIT ZU ZEIGEN ist mit Shave³ ein sanfter Rasierer entstanden, der dank der Verwendung von magnetischem Formgedächtnismaterial eine reduzierte Betriebsfrequenz bei gleichzeitig hoher Schnittgeschwindigkeit ermöglicht. Dank der Verwendung von smart materials wird mit Shave³ die Rasur deutlich leiser, vibrationsärmer und Haut schonender.

Mit ZEIT ZU ZEIGEN hat smart³ im vergangenen Jahr einen Ideenwettbewerb für Demonstratoren ausgelobt, die das große Potenzial von smart materials in den Themenfeldern Gesundheit, Mobilität, Produktion und Lebensstil auf eingängige Weise und mit großer Strahlkraft verdeutlichen. Eine interdisziplinär besetzte Jury kürte aus allen Einreichungen fünf Gewinner und vergab Umsetzungsfinanzierungen, um diese Gewinnerideen Realität werden zu lassen.

„Shave³“ entstand in diesem Rahmen als Gemeinschaftsprojekt zwischen den Designexperten der BURG Giebichenstein Kunsthochschule Halle  und den Experten für magnetische Formgedächtnislegierungen der ETO Magnetic GmbH. Maßgeblich beteiligt an der Idee war zudem Anton Blank als freier Ingenieur aus Stuttgart.

Shave³-Miterfinder demonstriert den neuen Rasierer
Shave³-Miterfinder Dr. Markus Laufenberg bei der Livepräsentation

Canny Can – Nie wieder verbrannte Kindermünder

Gerade in der frühkindlichen Phase dominieren vor allem Nahrung und Nahrungsaufnahme den Tagesablauf von Kind und Eltern. Mit der Aufnahme von Mahlzeiten entspannt sich das Kind und gewinnt Vertrauen. Natürlich sind Muttermilch und Flüssignahrung zudem essenziell für Wachstum und Gesundheit des Kleinkindes. Flüssignahrung lässt sich mittlerweile schnell und einfach zubereiten, muss häufig nur abgekocht werden, um Keime und Bakterien abzutöten.

Diese heiße Nahrung eignet sich allerdings nicht für den direkten Verzehr. Um ernsthafte Verbrühungen in Mund- und Rachenraum sowie Speiseröhre und Magen des Kindes zu vermeiden muss sie zunächst abkühlen. Gerade für junge Eltern besteht dabei zum Teil große Unsicherheit bei der Bestimmung der geeigneten Verzehrtemperatur. Technische Hilfsmittel wie Thermometer oder Wärmetauscher können unterstützen, sind aber meist unhandlich – gerade, wenn Eltern und Kind unterwegs sind. Thermochromatische Lacke, die Temperaturänderungen anzeigen, werden ebenfalls selten verwendet, zumal ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit nicht ausreichend geklärt ist.

Somit testen Eltern die Temperatur der Flüssignahrung meist auf dem eigenen Handrücken. Dabei besteht jedoch die Gefahr, sich selbst zu verbrühen bzw. den Test mehrfach durchführen zu müssen, bis die gewünschte Temperatur erreicht ist. Mit dem mehrfachen Testen sinkt jedoch das subjektive Temperaturempfinden. Und es wird wertvolle Nahrung verschwendet.

Smart materials für das Wohlbefinden der Kinder

Die aus dem smart³-Ideenwettbewerb ZEIT ZU ZEIGEN entstandene „Canny Can“ löst dieses Problem komfortabel, einfach und sicher. Zwischen Flasche und Saugaufsatz wird ein zusätzlicher Verschluss integriert, der automatisch auf die Temperatur der eingesetzten Flüssigkeit reagiert. In den Verschluss eingebracht sind thermische Formgedächtnislegierungen (FGL), die die Flüssigkeit erst freigeben, wenn diese abgekühlt ist; solange die Flüssigkeit zu heiß ist, bleibt der Verschluss geschlossen, Kind und Eltern werden vor Verbrühungen geschützt. Ist die Flüssigkeit ausreichend abgekühlt, gibt der Verschluss die Nahrung frei.

Prototypen und Vorversuche des Canny-Can-Einsatzes
Demonstrator der Canny Can mit Prototypen und Vorversuchen. Foto: Sascha Linke

Dieses Prinzip kann auf weitere Flaschen, wie etwa Isolierflaschen, Kaffee- oder Teekrüge übertragen werden. Der spezifische Wärmebereich kann dabei für jedes Anwendungsfeld durch die Zusammensetzung der Formgedächtnislegierung bestimmt werden.

Mit ZEIT ZU ZEIGEN hat smart³ im vergangenen Jahr einen Ideenwettbewerb für Demonstratoren ausgelobt, um das große Potenzial von smart materials in den Themenfeldern Gesundheit, Mobilität, Produktion und Lebensstil auf eingängige Weise und mit großer Strahlkraft zu verdeutlichen. Eine interdisziplinär besetzte Jury kürte aus allen Einreichungen fünf Gewinner und vergab Umsetzungsfinanzierungen, um die Gewinnerideen Realität werden zu lassen.

Die „Canny Can“ wurde von den Vätern und FGL-Experten am Fraunhofer IWU in Dresden entwickelt. Wir sind jedenfalls schon sehr gespannt, wann wir das Produkt in naher Zukunft in den Läden stehen sehen werden.

Erfinder der Canny Can Christoph Eppler
Canny-Can-Erfinder Christoph Eppler. Foto: Sascha Linke

Strategisch denken, sommerlich feiern

Der Höhepunkt des Sommers liegt hinter uns, in nahezu allen Bundesländern läuft nach den Sommerferien die Schule wieder und so wie die zweite Hälfte des Arbeitsjahres 2018 beginnt, so wird es für das Netzwerk smart³ Zeit, den Blick auf die finale Phase der Förderperiode und die Zeit danach zu richten. So nutzten wir den Ausklang der warmen Tage für einen umfassenden Strategieworkshop, zu dem Vertreter des Netzwerks unter Moderation des VDI/VDE-IT Zukunftsszenarien für smart³ entwickeln und diskutieren sollten.

Moderator stellt Gruppe von Leuten Evaluierungsergebnisse vor

Um den status quo und den aktuellen Standpunkt von smart³ auch im internationalen Vergleich zu verdeutlichen, stellten die Vertreter des VDI/VDE-IT die Ergebnisse des Benchmarking-Prozesses vor, in dessen Rahmen smart³ gegenüber vergleichbaren europäischen Initiativen verglichen wurde. Im Rahmen der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) in Auftrag gegebenen clusterpolitischen Exzellenzmaßnahme „go-cluster“ wurden die Einzelinitiativen in Bereichen wie Zukunftsfähigkeit, Schlagkraft und Mitgliederleistungen geprüft. Es freut uns, dass smart³ hier in nahezu allen Bereichen überdurchschnittlich abschneiden konnte.

Im Anschluss an diesen Report oblag es den Mitgliedern, die Zukunft des Netzwerkes weiter voranzubringen. In Gruppenarbeit diskutierten die Teilnehmer über mögliche Finanzierungsmöglichkeiten nach dem Auslaufen der Förderperiode. Gleichzeitig wurden auch Serviceleistungen erörtert, die die Geschäftsstelle den Mitgliedern zur Verfügung stellen kann. Dieser Workshop gliedert sich ein in die bereits mit dem Vorstand begonnene Arbeit und fließt nach Auswertung durch den VDI/VDE-IT und die Geschäftsstelle ein in die Weiterentwicklung einer zukunftsorientierten, nachhaltigen Strategie für das Innovationsnetzwerk smart³.

Vom Kampf gegen Rückenschmerzen und einem Flohzirkus

Nach dieser zukunftsorientierten Session konnte sich ein Großteil der anwesenden Mitglieder zurücklehnen und bei einem Glas Sekt oder Orangensaft von der Innovationskraft und Kreativität in smart³ inspirieren lassen. Denn nun war es an den Gewinnern des smart³-Ideenwettbewerbs ZEIT ZU ZEIGEN, ihre Projekte vorzustellen und die Ergebnisse ihrer Arbeit zu präsentieren. ZEIT ZU ZEIGEN wurde im vergangenen Jahr von smart³ initiiert, um Demonstratoren zu entwickeln, die das Potenzial von smart materials auf eingängige Weise wiederspiegeln. Eine interdisziplinär besetzte Jury bewertete die eingegangenen Ideen und vergab schließlich vier Preise plus einen Jury-Sonderpreis. Die damit verbundene Umsetzungsfinanzierung wurde von den Gewinnerteams genutzt, die Ideen in die Tat umzusetzen. So entstand etwa das Leuchtenkonzept „Sensegrity“ auf Basis des Tensegrity-Prinzips, die je nach Lichtstärke ihre Form verändert und damit die Raumatmosphäre stimmig zu verändern in der Lage ist. Im Bereich Prävention und Rehabilitation entstand mit „Physiognomia“ ein smart wearable, das den Träger bei gesunder Körperhaltung unterstützt und Haltungsschäden vorbeugt in dem es im Falle einer ungesunden Haltung warnt und zur Korrektur mahnt.

Die „CannyCan“ verspricht, nie wieder verbrannte Kindermünder; der nachrüstbare Einsatz für Trinkflaschen öffnet sich nämlich erst, wenn Nahrung bzw. Getränk eine bestimmte Temperatur unterschritten haben. Und sind die Kinder satt und gewickelt, können sich die Eltern mit einem weiteren Gewinner des Ideenwettbewerbs der eigenen Körperpflege widmen: mit einem neuartigen Rasierkonzept und Haut schonenderer Rasur rasiert „Shave³“ sanfter als herkömmliche Rasierer und denkt dabei den Einsatz des Rasierers neu.
Der Jury-Sonderpreis ging mit dem „Circus Minimus“ an einen Flohzirkus smarter Artisten, die die Funktion der smart materials niederschwellig und unterhaltsam durch ihre Kunststücke vermitteln. Diese Artisten werden – genau wie die anderen Siegerprojekte – ab sofort in den Aus- und Vorstellungen des Netzwerks smart³ auftreten.

Mann stellt auf dem Tensegrity-Prinzip beruhenden Demonstrator vor

Ein Sommerabend mit Weitblick

Den passenden Rahmen, um die Eindrücke und Ergebnisse von Workshop und Ideenwettbewerb in Ruhe auswerten und besprechen zu können, bot im Anschluss das Sommerfest im Turm der Technischen Sammlungen Dresden. Über den Dächern des Dresdner Gründerzeitviertels ließen die Teilnehmer nach Workshop bzw. dem Rahmenprogramm für die Begleitpersonen den Tag bei sommerlichem Fingerfood und einem herrlichen Blick auf den Sonnenuntergang, die Dresdner Elbhänge und die Tafelberge der Sächsischen Schweiz ausklingen. Für die perfekte musikalische Untermalung sorgten dabei die kraftvollen Flamenoc-Klänge der Compaña Flamenca. Wer es hingegen etwas ruhiger angehen lassen wollte, ließ den Tag mit einem Getränk in der Hand im Liegestuhl Revue passieren oder feilte bereits mit den anderen smart³-Mitgliedern an neuen Ideen und Projekten.

Flamenco-Tänzerin vor Publikum

Smartes Interieur für das Fahrerlebnis der Zukunft

Interdisziplinäre Zusammenarbeit weit über die Grenzen der eigenen Profession hinaus wird in smart³ nicht als bloße Zugabe gesehen, sondern ist essenzieller Bestandteil der Arbeit in den Forschungs- und Entwicklungsprojekten des Innovationsnetzwerkes. Genau dieser smart³-Ansatz, Design, Technologie und Akzeptanzforschung miteinander zu vereinen, machte die F&E-Abteilung eines der großen deutschen Fahrzeughersteller auf smart³ aufmerksam; Im Raum stand die Frage nach neuen Konzepten für Armaturenbretter und Cockpits, individuelle Raumkonzepte in Fahrzeugen, adaptive Oberflächen oder auch für das individuelle Fahrerlebnis z.B. bei selbstfahrenden Autos, auf die in interdisziplinären Teams Antworten generiert werden sollten.

Aufgrund der Möglichkeit, Funktionen direkt in die Struktur von Bauteilen integrieren zu können, erscheinen smart materials hier als geeignetes Element, diese Konzepte technologisch weiterzudenken und umzusetzen. Gleichzeitig ergab sich jedoch nicht nur die Frage nach der technischen Lösbarkeit. Mindestens ebenso wichtig war die Anpassung der Bedienkonzepte an die Verhaltensweisen und Erfahrungen von Fahrer, Beifahrer und Passagieren und deren Erwartungen an das Fahrzeuginterieur der Zukunft.

Ingenieurin untersucht Materialproben

Im Rahmen eines Kooperationsprojektes zwischen dem Fahrzeughersteller und smart³-Partnern aus den Disziplinen Technologie, Design und Akzeptanzforschung wurden verschiedene Szenarien und Konzepte der Themenbereiche Interieur-Oberflächen, Fahrzeughimmel, Armaturenbrett und Kindersitze erörtert, Lösungsvorschläge erarbeitet und Demonstratoren gebaut. Das Projektteam nutzte dabei das Know-how des Automobilisten auf der einen, das Werkstoffwissen und die interdisziplinäre Problemlösungskompetenz auf der anderen Seite, um innovative, nutzerfreundliche und zukunftsweisende Interieurkonzepte umsetzen zu können.

Das inzwischen abgeschlossene Kooperationsprojekt erwies sich dabei als eine derart erfolgreiche Zusammenarbeit, sodass derzeit Gespräche zu einer Fortsetzung der Kooperation und zur Umsetzung weiterer gemeinsamer Vorhaben laufen.

Oberflächen-Materialproben auf einem Tisch

Magnetischer Schleim: Ketchup, Schleim und Sportwagen

Langsam kriecht die schwarze, amorphe Masse über den Tisch, bildet schließlich Fühler aus, die sich in die Luft strecken und ihre Umgebung zu ertasten scheinen. Dann findet sie, was sie gesucht hat und scheint es langsam verschlingen zu wollen. Was sich anhört wie ein Wesen aus einem Science-Fiction-Film kommt tatsächlich aus dem Labor, ist aber eigentlich ganz und gar nicht bedrohlich – im Gegenteil. Der magnetische Schleim soll den Besucherinnen und Besuchern der forschungswerkstatt smart materials vermitteln, warum magnetorheologische Fluide smart materials sind, was man mit ihnen anstellen kann und wie man sie selber herstellt.

Denn genau darin liegt das Konzept der Offenen Werkstätten als Teil der forschungswerkstatt, einem smart³-Projekt zur Wissensvermittlung und Technikkommunikation: Komplexe wissenschaftliche Themen aufarbeiten und allgemeinverständlich präsentieren. Jeden Freitag geben Wissenschaftler, Tüftlerinnen und Maker im Gespräch Einblick in ihre Arbeit, bevor die Besucherinnen und Besucher selbst Hand anlegen können. Wissensvermittlung durch selber machen lassen.

Wissenschaftler mixt mit Kind magnetischen Schleim

Die Offene Werkstatt als Instrument zur Vermittlung komplexer Themen

An jenem Freitag sollten die magnetorheologischen Fluide (MRF) am Beispiel von magnetischem Schleim erklärt werden – jener kriechenden schwarzen Masse auf dem Labortisch.

MRF verhalten sich bei Einwirkung eines Magnetfeldes eher wie ein Feststoff statt wie Flüssigkeit verhalten. Vergleichbar ist das Verhalten in etwa mit Ketchup in der Flasche: Öffnet man die Flasche, scheint der Ketchup sich zunächst zu weigern, aus der Flasche zu fließen. Seine Moleküle bilden eine Verbindung, die das Fließverhalten beeinflusst. Einmal in Bewegung, lösen sich die Moleküle und der Ketchup verhält sich wieder wie eine Flüssigkeit.

Diese Eigenschaft, ihr Fließverhalten von MRF magnetisch beeinflussen zu können, wird inzwischen auch industriell genutzt. So kommen magnetorheologische Fluide etwa in Stoßdämpfern von Fahrzeugen zum Einsatz. Ein Mikrocontroller erkennt Bodenbeschaffenheit bzw. Fahrverhalten und stimmt die Federung des Fahrzeugs permanent darauf ab, indem ein Magnetfeld im Stoßdämpfer entsprechend angepasst wird.

Magnetischer Schleim als Wissenschaft zum Anfassen

Das Prinzip dahinter konnten die Besucherinnen und Besucher der forschungswerkstatt smart materials mit selbstgemachtem magnetischen Schleim erfahren. Vor allem die Kinder und Jugendlichen stellen den unter Anleitung eines smart³-Vertreters begeistert selbst aus Holzleim, Waschmittel und Eisen(III)-chlorid her, experimentierten damit und untersuchten, wie er sich unter dem Einfluss verschiedener Magnete verhält. Die Kleinen interessierten sich dabei eher für den Schleim und die Fühler, die er durch die Magneten ausbildete, die etwas Größeren für das Prinzip dahinter. Und vor allem die Papas interessierte der Lamborghini Huracán, in dem das MRF-Dämpfersystem serienmäßig verbaut ist.

 

Damit verließen die Besucher der Offenen Werkstatt die forschungswerkstatt smart materials mit neuem Wissen über smart materials, deren Alltagstauglichkeit und einem Becher voll selbstgemachtem magnetischen Schleim. Wissenschaft zum Anfassen.

Kind hält magnetischen Schleim in Händen

Forschungswerkstatt smart materials feierlich eröffnet

Die Besucher der Ausstellung unterhalten sich rege, Kinder fahren auf piepsenden Bobby Cars um die Vitrinen und im Hintergrund ist das Rauschen eines Föhns zu hören. Mit einem Museum, in dem die Besucher meist leise durch die Gänge gehen und die Ausstellungsstücke in stiller Andacht bewundern, hat die Forschungswerkstatt smart materials wenig zu tun.

Das Programm

Denn die Forschungswerkstatt ist ein Ort der Begegnung. Dort treffen Menschen verschiedenen Alters auf Wissenschaftler, Ingenieure und Designer. In gemütlicher Runde können sie sich jeden zweiten Samstag im Monat mit Experten bei der „Teatime“ zusammen finden und sich gemeinsam unterhalten. Weiter kann jeden Freitag bis Sonntag getüftelt werden. So entstanden bereits bei der Eröffnung vergangenen Samstag selbst hergestellte LEDs und eigene smarte Materialien.

Die Idee

Mit der Ausstellung der etwas anderen Art verfolgen wir das Interesse, neue Formen der Technik- und Wissenschaftskommunikation zu erproben. Forschung soll nicht weiter abstrakt, sondern greifbar sein. Die Besucher sollen außerdem nicht von „oben herab“ belehrt werden, sondern die Möglichkeit erhalten, in den Alltag der Wissenschaftler einzutauchen und sich mit ihnen auf Augenhöhe auszutauschen. Dazu wird neben der Teatime auch die Möglichkeit geschaffen, per Skype jeden Freitag einen Blick hinter die Kulissen zu erhaschen und in die Welt von Wissenschaftler, Ingenieur oder Designer einzutauchen.

Die Ausstellungsstücke     

Setzt man die Ausstellungsstücke nun einem Reiz aus, so verändern sie ihre Eigenschaften. Formgedächtnislegierungen beispielsweise bewegen sich durch die Einwirkung von Wärme wie von Geisterhand. Ganze Gewichte können so an einer Drahtfeder in die Höhe gezogen werden. Andere Exponate zeigen eindrücklich, wie mechanische Energie in Strom umgewandelt wird und eine LED zum Leuchten bringt.

Noch bis Oktober öffnet die Ausstellung ihre Türen für interessierte Besucher. Weitere Informationen zum Programm befinden sich auf der Seite der Technischen Sammlungen Dresden: http://www.tsd.de/de/mm/ausstellungen/forschungswerkstatt-smart-materials/

  

 

smart³ academy: Ideen treffen auf Know-how

Am Anfang steht die Idee. Doch um eine Idee bestmöglich umzusetzen braucht es kreative Köpfe, Räume und Möglichkeiten. Und das richtige Material. Alles zusammen bietet die smart³ academy. Hier vermitteln die Professur Wissensarchitektur der TU Dresden und das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU das nötige Wissen darüber, wie eine Idee konkretisiert und umgesetzt werden kann bzw. welche Materialien und Komponenten dafür eingesetzt werden können. Die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek SLUB bietet mit dem durch smart³ unterstützten Makerspace gleichzeitig einen Raum, der extra für die Verwirklichung von Ideen geschaffen wurde und über die notwendigen Werkzeuge und Technologien verfügt.

Mit der smart³ academy haben die drei Institutionen eine Veranstaltungsreihe geschaffen, die Studenten und interessierter Öffentlichkeit die Möglichkeit gibt, Ideen zu generieren, weiterzuverfolgen und selbst umzusetzen. Im Rahmen der ersten smart³ academy standen den teilnehmenden Studenten der TU Dresden an insgesamt zehn Terminen Experten des Fraunhofer IWU und der Professur Wissensarchitektur der TU Dresden zur Verfügung und berieten zur Umsetzung von Ideen mit Hilfe von smart materials. Die Kernmodule reichten dabei von der Werkstoffkunde über additive Fertigungsverfahren bis zur Geschäftsfeldentwicklung und gaben Einblicke in Entwicklung, Gestaltung und Einsatz von Produkten und Komponenten.

Versteckte Schlösser und biegsame Tragflächen

In der ersten smart³ academy beschäftigten sich insgesamt sechs Projektgruppen mit der Verwirklichung von Ideen in den Themenfeldern smart living und smart mobility. Eine Jury aus Vertretern von smart³, Fraunhofer IWU, SLUB, der Professur für Wissensarchitektur und dem Technologie-Gründerzentrum Dresden prämierte schließlich die besten Entwürfe. Die beiden Siegerteams beschäftigten sich mit einem versteckten Schließ- und Öffnungsmechanismus für Schlösser bzw. mit der Umsetzung einer flexiblen Flügelhinterkante zur Steuerung eines Nurflüglers.

Nach diesem erfolgreichen Auftakt geht die smart³ academy bereits im April in die zweite Runde und startet am 16. April 2018. Alle Erfinder, Tüftler und Interessierten können sich unter makerspace@slub-dresden.de anmelden. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Smarte Oberflächen durch smarte Werkstoffe

„Ein großes Missverständnis der Möbelbranche ist, den Begriff „smart“ auf elektronische Hilfsmittel zu reduzieren. Dass auch Materialien selbst smart sein können, muss man sich erst vergegenwärtigen“. Mit dieser Erkenntnis und neuen Ideen für smartes Interieur im Gepäck starteten die Teilnehmer des Workshops Smart Materials in die weiteren Vorträge und Workshops der Decorative Surfaces Conference.

Der Workshop zum Thema smart materials in der Möbelbranche am 19. März in Dresden bildete den Auftakt zur Konferenz der Interieurbranche und vermittelte den Teilnehmern einen Einblick in die Möglichkeiten und Potenziale der smart materials. Neben dem Überblick über den aktuellen Stand der Technik erhielten die Teilnehmer Einblicke in die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Netzwerk smart³ und arbeiteten im Kreativteil selbst an Ideen, wie Oberflächen mit smarten Funktionen ausgestattet werden können. Die Teilnehmer aus Forschung, Design und Herstellerunternehmen konnten damit nicht nur wertvolle Kontakte knüpfen, sondern ganz konkrete Ideen formulieren und Oberflächen am konkreten Beispiel mit smarten Funktionen versehen.

Durchgeführt von der Trendfilter-Agentur und in Zusammenarbeit mit smart³ und den Fraunhofer-Instituten IWU und IKTS, knüpfte dieser Workshop an die bereits in Nordrhein-Westfalen durchgeführten Termine an. Ziel der Reihe ist die Heranführung der Möbel- und Oberflächenbranche an smarte Funktionen über die Materialebene.

Einsteins Spürnase trifft smart materials in der Leopoldina

Am 26. und 27. Februar luden die Projektpartner des FuE-Projektes smart materials satellites zum Forschertag in die Leopoldina Halle ein. Der Forschertag unter dem Titel „Einsteins Spürnase“ stellte zugleich die Zwischenpräsentation des FuE-Projektes dar, in deren Rahmen sich die Teilnehmer über die im Netzwerk smart³ verwendeten smart materials genauso informieren konnten wie über die im Projekt entstandenen Vermittlungsformate wie etwa den Perspektivenprojektor der Technischen Sammlungen Dresden oder die gemeinsam von Stiftung Bauhaus Dessau und der weißensee kunsthochschule berlin kuratierte Ausstellung „Smart Materials – Material als Experiment“.

Ziel des übergeordneten Forschungsprojektes smart materials satellites ist der aktive Wissenstransfer über die Multifunktionswerkstoffe aus der Wissenschaft in die breite Öffentlichkeit. Und so erörterten die teilnehmenden Projektpartner im Rahmen der eröffnenden Podiumsdiskussion Wege und Möglichkeiten, komplexe wissenschaftliche Themen einer breiten Zielgruppe näherzubringen. In einzelnen Workshops und Vorträgen konnten sich die Teilnehmer des Forschertages in den Räumlichkeiten der Leopoldina über die Expertisen und Beiträge der Konsortialpartner informieren.
Auch die beiden Residenzkünstlerinnen Marit Wolters und Wahege Raufi stellten ihre Arbeit vor, die im Rahmen der Forschungsresidenz am Bauhaus Dessau im vergangenen Jahr entstand.

Der Ort war dabei nicht zufällig gewählt, verwahrt die Leopoldina in Halle doch den handschriftlichen Lebenslauf von Albert Einstein. Auf die Frage nach dem Geheimnis seines wissenschaftlichen Erfolges soll dieser gesagt haben, er benötige neben seiner beharrlichen Stirn lediglich seine große Nase, „um die richtigen Fragen zu erschnüffeln“. Ganz im Geiste des Physikers konnten auch die Teilnehmer des Forschertages ihre eigenen Fragen zu smart materials und deren Vermittlung erschnüffeln.
Und so werden die Mitglieder von smart³ auch weiterhin beharrlich nach neuen Wegen zum Einsatz von smart materials suchen.

Physiognomia – Der Physiotherapeut im Kleidungsstück

Ca. 50 % der Bevölkerung in Deutschland leidet an Rückenschmerzen. Sie sind damit die häufigste Ursache für Berufserkrankungen und können zu enormen Einschränkungen im Privat- und Berufsleben führen. Als Ursache gelten vor allem eine fehlerhafte Körperhaltung und Immobilität. Physiognomia möchte das ändern.

Das smarte Wearable erkennt die Körperhaltung des Trägers und gibt direktes Feedback zur Korrektur der Fehlhaltung. Dazu integrierte die Designerin Julia Danckwerth dielektrische Elastomere in das Kleidungsstück. Die smart materials sind in der Lage, unvorteilhafte Rückenhaltungen zu erkennen und entsprechende Signale zu geben. Über eine App sowie über optische und haptische Signale erhält der Nutzer so unmittelbar den Hinweis zur Haltungskorrektur. Unterstützt wurde die Entwicklung vom Center Smart Materials des Fraunhofer ISC und der weißensee kunsthochschule berlin. Im Austausch mit Physiotherapeuten und Orthopäden wurden Triggerpunkte der Haltungsbeschwerden identifiziert und die Positionierung der Sensoren abgestimmt.

Physiognomia: Preisträger im smart³-Ideenwettberb

Physiognomia ist eines der Siegerprojekte des smart³-Ideenwettbewerbs ZEIT ZU ZEIGEN. In dessen Rahmen wurden Ideen für Demonstratoren gesucht, die das Potenzial von smart materials mit großer Strahlkraft verdeutlichen. Die besten Ideen wurden mit dem smart³-Award und einer Umsetzungsfinanzierung prämiert. Zu den Prämierten gehören neben Julia Danckwerth:

  • „CannyCan“ – Christoph Eppler (Fraunhofer IWU)
  • „Sensegrity“ – Sebastian Piatza (The Constitute)
  • „Shave³“ – Prof. Frithjof Meinel (Burg Giebichenstein) & Dr. Markus Laufenberg (ETO MAGNETIC GmbH)
  • „Circus Minimus“ – Anja Johannes & Holger Seifert (Technische Sammlungen Dresden) [Jury-Sonderpreis]

 

smart³-Tage: Hightech im alten Kraftwerk

„Smart3 mit inzwischen mehr als 110 Partnern ist ein sichtbares ostdeutsches Innovationsnetzwerk, das beste Voraussetzungen bietet, um auch für Unternehmen aus der Region nachhaltige Wertschöpfung zu generieren. „Smartes“ Handeln steht immer im Zusammenhang mit komplexen Anforderungen, die über die Grenzen von Wissenschaft und Kunst, Wirtschaft und Gesellschaft hinweg nach Kooperation und Vernetzung verlangen. Dieses kreative, zielgerichtete interdisziplinäre Zusammenspiel gewinnt ständig an Bedeutung, auch um einer Lösung der komplexen großen Themen der Gegenwart näherzukommen.“

(Dr. Eva-Maria Stange, Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst)

Mit diesem Zitat der sächsischen Kunst- und Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange anlässlich der smart³-Tage 2017 möchten wir Sie zu einem Rückblick auf unser Jahres-Event einladen.

Wir danken allen Beteiligten, die zum Gelingen der drei Tage beigetragen und natürlich allen Gästen, die an Mitgliederversammlung, Projektvorstellungen und den Workshops teilgenommen haben. Wir freuen uns über Ihr positives Feedback und nehmen die Anregungen, die wir in den drei Tagen bekommen haben, gern in die Weiterentwicklung des Netzwerkes und unserer Veranstaltungen auf.

Hightech trifft Kreativszene

Außenansicht der alten Heizzentrale mit smart³-Tage-BannerMit der ehemaligen Heizzentrale im Kulturkraftwerk Mitte haben wir einen Veranstaltungsort gefunden, der – genau wie das Netzwerk smart³ – Technologie mit Kreativität, technischen Fortschritt mit gesellschaftlicher Teilhabe verbindet. Als imposantes Industriedenkmal wurde das ehemalige Kraftwerk Mitte Dresden zum Anziehungspunkt der Kunst- und Kreativszene in Dresden. Neben der Staatsoperette Dresden und dem Theater Junge Generation bietet das Areal heute Heimstatt für die Musikhochschule, Ateliers und Büros für Künstler, Architekten und Start-Ups. Wir danken dem Team von neonworx für die tolle Veranstaltungslocation und die Unterstützung bei der Umsetzung der smart³-Tage.

Deren Beginn am Mittwoch stand vor allem im Zeichen des Vereins smart³ e.V. und seiner Mitglieder. Auf der Mitgliederversammlung wurden nicht nur über die Aktivitäten des Vereins berichtet und der Haushalt für das kommende Jahr bestätigt; alle Mitglieder des Vereins hatten hier die Möglichkeit, durch die Wahl des neuen Vorstands die künftige Ausrichtung des Netzwerkes mitzubestimmen und sich noch mehr in das Netzwerk einzubringen.

Wir nehmen dies zum Anlass, dem bisherigen Vorstand von smart³ für die geleistete ehrenamtliche Arbeit zu danken. Gleichzeitig gratulieren wir den neuen Vorstandsmitgliedern zu ihrer Wahl und wünschen ihnen alles Gute für die kommenden Aufgaben.

smart³-Tage: Das Projekthaus smart³ bedankt sich beim Vorstand für die Arbeit 2015-2017 mit Blumensträußen

Auf den anschließenden Kurzworkshops zu den Werkstoffen vermittelten die Werkstoffexperten des Netzwerkes Grundwissen zu Piezokeramiken, dielektrischen Elastomeren und magnetischen Formgedächtnislegierungen, bevor die Führung durch das Kraftwerk Mitte die Abendveranstaltung einläutete.

Hier hatten die Gäste die Möglichkeit, den Tag zu besprechen, gemeinsame Ideen auszudiskutieren oder im Interview ihre Ideen für die Zukunft des Netzwerks darzustellen. Grafisch festgehalten wurde die hier gewonnenen Erkenntnisse durch unsere Graphic Recorderin Anja Maria Eisen. Musikalisch begleitet und akustisch möbliert wurde der Abend durch Peter Till und sein Universal-Druckluft-Orchester.

smart³-Tage: Abendveranstaltung mit dem Universal-Druckluft-Orchester

Smart³-Tage: Projektpräsentation und Demonstratorenvorstellung

Eröffnet durch den Staatssekretär für Wissenschaft und Kunst des Freistaats Sachsen, Uwe Gaul, stand der zweite Teil der smart³-Tage schließlich ganz im Zeichen der Ideen und Innovationen im Netzwerk smart³. So stellten die laufenden FuE-Projekte ihre Vorhaben und erste Ergebnisse vor bzw. präsentierten erste Prototypen. Auch die Vertreter der ersten abgeschlossenen Projekte berichteten über ihre Arbeit in den Vorhaben. Im Ausstellungsbereich zeigten die Projekte erste Prototypen bzw. präsentierten die Mitgliedsunternehmen ihr Know-how.

Kenny Pagel (Fraunhofer IWU) stellt das adaptive Lagerungskissen für Säuglinge vorPräsentationskünste und Projektkenntnis waren dann auch am Donnerstagnachmittag und am Freitag gefragt; der wissenschaftliche Beirat von smart³ begutachtete die bereits laufenden Projekte sowie die in der aktuellen Ausschreibungsrunde eingereichten Projektskizzen. Herzlichen Glückwunsch an alle vom wissenschaftlichen Beirat genehmigten Projektideen. Die einreichenden Konsortien können nun ihren Vollantrag beim Projektträger einreichen und mit der Umsetzung ihrer Idee beginnen.

Vielen Dank für Ihre Ideen in smart³ und Ihren Besuch auf den smart³-Tagen. Wir hoffen, Ihnen ansprechende Tage im Kraftwerk Mitte geboten zu haben, Ihnen einen guten Eindruck in die Arbeit im Netzwerk und einige Anregungen für weitere Projekte gegeben zu haben.

Fotos: smart³ | Mandy Bent Fotografie

 

Möglichkeiten erkennen, bevor sie offen­sichtlich werden: futureSAX-Innovationskonferenz

Montag, der 28. August, stand ganz im Zeichen von Innovation, Idee und Transfer: Auf der futureSAX-Innovationskonferenz trafen 500 Vertreter aus Forschung, Wirtschaft, Verwaltung und Politik aufeinander, um neue Ideen zu diskutieren, Projekte anzuschieben und für ihre Lösungen zu werben. Wissenschaftler trafen auf Unternehmer, Gründer und Start-Ups warben um Investoren, Unternehmer stellten ihre Geschäftsideen Vertretern aus Politik und Landesverwaltung vor.

Unter den 21 Projekten, die vor Investoren und potenziellen Kooperations- und Projektpartnern pitchen durften, war auch ein Projekt aus dem smart³-Umfeld: Roman Elsner vom Projekthaus smart³ präsentierte mit der schaltbaren Wärmebrücke vom smart³-Partner Fraunhofer IWU eine Lösung zum strukturintegrierten, selbstregulierenden Thermomanagement etwa für die e-Mobilität.

Im Transferbereich erfuhren die Teilnehmer der futureSAX-Innovationskonferenz darüber hinaus mehr über die Werkstoffe in smart³. Daneben stellten wir Möglichkeiten zur interdisziplinären Zusammenarbeit im Netzwerk und Chancen der Disziplinen übergreifenden Projektarbeit vor. Getreu dem Oscar-Wilde-Zitat „Die Zukunft gehört denje­nigen, die die Möglich­keiten erkennen, bevor sie offen­sichtlich werden“, das zum Motto des Tages wurde, sprachen wir mit Unternehmern, Regierungsvertretern und Kapitalgebern über smart³ und seine Möglichkeiten.

Ein stählernes Forschungslabor für intelligente Materialien: „smart materials satellites. Material als Experiment“

Am 12. Juli wurde die Austellung „Material als Experiment“ im Stahlhaus des Bauhaus Dessau eröffnet. Die Mitmach-Ausstellung geht der Frage nach, was Materialien intelligent macht, wie sie unser Leben beeinflussen und wie wir mit ihnen arbeiten. Als Teil des interdisziplinären Forschungsprojektes „Smart Materials Satellites“ wird hier untersucht, wie die Eigenschaften von Werkstoffen wie Formgedächtnislegierungen, Piezokeramiken oder dielektrischen Elastomeren vermittelt werden können.

„Material als Experiment“ fordert explizit zum Mitmachen auf. Neben Experimenten zu den Werkstoffen sind alle Besucher im Workshop-Raum gefragt, selbst zu basteln, zu experimentieren und zu forschen. Auf dem Trimm-Dich-Pfad rund um das Stahlhaus können sich die Besucher selbst einmal in die Materialeigenschaften hineinfühlen.

Smart materials satellites. Material als Experiment ist noch bis zum 22. Oktober geöffnet.

smart materials satellites
Material als Experiment
13. Juli – 22. Oktober 2017
Mi – So, 12 – 18 Uhr
Eintritt frei

Stahlhaus Siedlung Dessau-Törten
Südstraße 5
06849 Dessau-Roßlau

 

Ausstellung smart materials satellites. Material als Experiment

Was macht ein Material intelligent? Wie beeinflussen Materialien unser Leben? Wie arbeiten wir mit ihnen, um unsere Gegenwart und Zukunft zu gestalten? Mit Fragen nach der Bedeutung und Verarbeitung von Materialien beschäftigte sich bereits das historische Bauhaus. Heute, fast 100 Jahre später, stellt das Ausstellungsprojekt smart materials satellites. Material als Experiment in dem von den Bauhäuslern 1926/27 als Materialexperiment gebauten Stahlhaus in der Siedlung Dessau-Törten die aktuelle Materialforschung in den Fokus.

Gemeinsam mit der weißensee kunsthochschule berlin präsentiert die Stiftung Bauhaus Dessau über drei Monate eine interaktive Ausstellung, die auf einen Wissenstransfer zwischen den Disziplinen Wissenschaft, Kunst und Design sowie auf eine Vermittlung an die breite Öffentlichkeit zielt. Neueste Entwicklungen der Ingenieure werden mit Materialexperimenten der Designer zusammengeführt und gemeinsam mit dem Besucher erkundet. Feierlich eröffnet wird die Ausstellung am 12. Juli, 18 Uhr, in Anwesenheit der beteiligten Projektpartner.

Dem Grundgedanken folgend, dass jeder Mensch ein Forscher ist, lädt die Ausstellung dazu ein, sich ‚intelligenten Werkstoffen‘ über die Anordnung eines experimentellen Forschungslabors zu nähern. Über die Ausstellung und ein vielfältiges Begleitprogramm können Fachpublikum und breite Öffentlichkeit in die aktuelle Materialforschung eintauchen und im gemeinsamen Prozess mögliche Anwendungen für Materialexperimente entwerfen.

Das Ausstellungsprojekt smart materials satellites. Material als Experiment ist eine Kooperation der Stiftung Bauhaus Dessau mit der weißensee kunsthochschule berlin im Rahmen des Forschungsprojektes smart materials satellites, in das als weitere Partner das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in Dresden sowie die Technischen Sammlungen Dresden und die SYN Stiftung | Kunst Design Wissenschaft aus Halle eingebunden sind.

smart materials satellites
Material als Experiment
13. Juli – 22. Oktober 2017
Mi – So, 12 – 18 Uhr
Eintritt frei

Stahlhaus Siedlung Dessau-Törten
Südstraße 5
06849 Dessau-Roßlau

Weitere Informationen zur Ausstellung und zum Begleitprogramm finden Sie hier.

smart³-Award prämiert die besten Ideen

Im Rahmen des Ideenwettbewerbs ZEIT ZU ZEIGEN haben wir Ideen für Demonstratoren gesucht, die das Potenzial von smart materials mit großer Strahlkraft verdeutlichen. Eingereicht werden konnten Ideen in den vier Themenfeldern des Netzwerkes: smart production, smart health, smart mobility und smart living. Die besten Ideen wurden mit dem smart³-Award und einer Umsetzungsfinanzierung prämiert.

Eine interdisziplinär besetzte Jury wählte aus allen Einreichungen die besten aus. Die damit zur Verfügung gestellte Umsetzungsfinanzierung bietet den Einreichern nun die Gelegenheit, innerhalb eines Jahres aus ihrer Idee einen konkreten Demonstrator werden zu lassen.

Am 23. Juni fand im Rahmen der art&science-Night die Verleihung der smart³-Awards 2017 an die Prämierten statt.
An dieser Stelle möchten wir uns beim Dresdner Zentrum für Wissenschaft und Kunst sowie dem Center for Regenerative Therapies Dresden für die Ausrichtung und Ausgestaltung des Abends bedanken.

Die Prämierten des Ideenwettbewerbs ZEIT ZU ZEIGEN sind:

  • „Physiognomia“ – Julia Danckwerth (weißensee kunsthochschule berlin)
  • „CannyCan“ – Christoph Eppler (Fraunhofer IWU)
  • „Sensegrity“ – Sebastian Piatza (The Constitute)
  • „Shave³“ – Prof. Frithjof Meinel (Burg Giebichenstein) & Dr. Markus Laufenberg (ETO MAGNETIC GmbH)
  • „Circus Minimus“ – Anja Johannes & Holger Seifert (Technische Sammlungen Dresden) [Jury-Sonderpreis]

Hannovermesse fokussiert smart materials

Im Fokus der diesjährigen Hannovermesse standen neben den Themen Integrated Industry und kollaborative Robotik insbesondere die smart materials. Im Zuge der Leitmesse „Research & Development“ präsentiert smart³ Ansätze und Lösungen der interdisziplinären Zusammenarbeit im Bereich der Multifunktionswerkstoffe.

Smart³ zusammen mit Futurium auf der CeBIT

Zum Auftakt der Futurium Aktivitäten unterstützte smart³ mit dem Experimentier-Set „smeX-Kit“ sowie den Demonstrator „Solar Curtain“, der in Kooperation zwischen den smart³-Partnern Weißensee Kunsthochschule Berlin und Fraunhofer IWU entstand, das mobile Futurium auf der CeBIT vom 20. bis 24. März in Hannover. Mattes Brähmig und Miriam Walther engagierten sich mit einem Talk zu den „Zauberwerkstoffen von morgen“ und Workshops mit Formgedächntnislegierungen.

Mit dem Futurium entsteht 2017 ein Ausstellungs-, Experimentier- und Veranstaltungsforum im Herzen Berlins. Das Haus wird ein lebendiger Ort des Dialogs und der Diskussion über die Gestaltung der Zukunft. Das Futurium stellt sich den Herausforderungen möglicher Zukünfte und fragt: Wie werden und wie wollen wir leben? Welche Chancen und Risiken sind mit absehbaren Entwicklungen verbunden? Wie können Wissenschaft und Wirtschaft, Politik und Gesellschaft dazu beitragen, diese zu verstehen, zu nutzen und zu gestalten? Auf mehr als 3.200 Quadratmetern wird das Futurium Visionäres und Machbares, Innovatives und Wünschbares vorstellen und erfahrbar machen. Mit dem gemeinsamen Messeauftritt ist der Grundstein für die weitere Zusammenarbeit gelegt worden. Für die Eröffnung des „Zukunftshauses“ werden neue Formate zur Produktentwicklung mit smart materials und Objekte für den Ausstellungsbereich konzipiert. Ziel ist es die Besucher zu inspirieren und in Austausch über die Zukunft zu bringen.

Auf unserem smart³ YouTube Kanal können Sie sich die filmischen Impressionen des gemeinsamen CeBIT Auftrittes ansehen.

 

Smart Materials Workshop mit der Zahntechnik Leipzig

Gemeinsam mit der Zahntechnik Leipzig hat smart³ einen Workshop zum Einsatz von smarten Materialien im Bereich Zahnmedizin veranstaltet. Projekthausleiter Holger Kunze erklärte den interessierten Teilnehmern, darunter Inhaber Henry Goepel und zwei seiner Meister, welche Potenziale die zukunftsträchtigen Multifunktionswerkstoffe aufweisen. Im zweiten Teil zeigte Miriam Walther mit dem Materialkoffer smeX-Kit, welche charakteristischen Merkmale thermische Formgedächtnislegierungen besitzen. Die Teilnehmer konnten dabei selbst mit dem Werkstoff experimentieren und entwickelten erste Ideen für Anwendungsbereiche.

Gern stellen wir Ihnen unsere Werkstoffe auch bei Ihnen vor Ort vor. Sprechen Sie uns einfach an und erfahren Sie mehr über unser MatKit!

 

 

Science Match: 3 Minuten für die Spitzenforschung in Sachsen

Auf Einladung des Berliner Tagesspiegels stellten 100 Forscher aus Sachsen im Dresdner Erlweinforum ihre Arbeiten vor. Beim „Future Technologies Science Match“ hatte jeder Referent exakt 3 Minuten Zeit, das Publikum für sein Vorhaben zu begeistern. 1.200 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung sahen Vorträge aus unterschiedlichsten Forschungsdisziplinen sächsischer Einrichtungen. „Das ist ein Schaufenster für Sachsen. Das ist ein Schaufenster aus Sachsen heraus“ beschrieb Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich die von der sächsischen Staatskanzlei mitinitiierte Veranstaltung.

Auch smart³ präsentierte sich auf dem Science Match; Mattes Brähmig vom Projekthaus stellte in 180 Sekunden das Netzwerk und insbesondere die interdisziplinäre Zusammensetzung der Projekte vor und erläuterte Vorhaben und Ziele von smart³ am Beispiel der intelligenten Fassade Solar Curtain. Das Science Match erwies sich dabei als sehr gute Möglichkeit, kurz und prägnant vor einem breiten Publikum auf die eigenen Arbeiten aufmerksam zu machen, neue Partner zu finden und neue Impulse für die eigene Arbeit zu generieren.

Solar Curtain bei den GreenTec Awards – jetzt abstimmen

Das smart³-Projekt „Solar Curtain – die intelligente Fassade“ hat es in die TOP 10 in der Kategorie Bauen & Wohnen der GreenTec Awards 2017 – größter Umwelt- und Wirtschaftspreis der Welt – geschafft! Wir wollen den begehrtesten Preis im kommenden Jahr entgegennehmen – Unterstützen Sie uns, indem Sie vom 28. November 2016 bis 6. Januar 2017 online unter abstimmung.greentecawards.com für unseren Beitrag stimmen!
Durch Ihre Stimme können Sie den Auswahlprozess entscheidend mitgestalten: Das Projekt mit den meisten Votes qualifiziert sich automatisch als einer der drei Nominierten in der jeweiligen Kategorie. Aus diesen wählt die Jury dann den Gewinner.
Insgesamt können Sie in 12 Kategorien für Ihre Favoriten voten: Bauen & Wohnen, Energie, Galileo Wissenspreis, Kommunikation, Lifestyle, Mobilität, Recycling & Ressourcen, Reise, Sport, Start-up, Textiles & Fashion by KUNERT und WWF Galileo Green Youngster. Letzterer wird direkt und ausschließlich über das Online-Voting als Publikumspreis ermittelt.

Helfen Sie uns jetzt, die Welt ein Stückchen grüner zu gestalten und voten Sie online für unser Projekt! Jede Stimme zählt!

smart³-Tage 2016: Jetzt noch schnell anmelden

Die diesjährigen smart³-Tage präsentieren laufende FuE-Projekte und geben Ausblick auf künftige Entwicklungen von intelligenten Produkten und von smart³. Stimmen Sie beim Smart Science Slam für die beste Nachwuchs-Idee, erfahren Sie mehr über das Konzept des Design Thinking und erleben Sie die Arbeit des Innovationsnetzwerks smart³.

Smarte Projekte mit intelligenten Werkstoffen

Am 29.11. begrüßen wir Sie ab 12 Uhr in den Technischen Sammlungen Dresden. Das eindrucksvolle Gebäude bot im Laufe der Jahrzehnte bedeutenden Photo- und Filmunternehmen eine Heimstatt. Dieses Ambiente möchten wir nutzen, um laufende FuE-Projekte zu beleuchten; Vertreter der verschiedenen Projekte stellen ihre Motivation, ihr Vorgehen und erste Ergebnisse vor.

Lernen Sie die Akteure von smart³ kennen und erfahren Sie mehr über die im Netzwerk gebündelten Kompetenzen.

Technikgeschichte zum Anfassen

Im Anschluss daran möchten wir Ihnen unseren Gastgeber etwas näher vorstellen. Dazu laden wir Sie zu einer besonderen Tour durch die ehemaligen Produktionsräume ein. Erleben Sie die Ausstellungen zu deutscher Industrie- und Technikgeschichte.

Abendveranstaltung mit maschinenmusikalischer Begleitung

Schließen Sie den Tag mit uns gemeinsam in den Lingnerterrassen an den Dresdner Elbhängen ab. Genießen Sie beim Sektempfang den fantastischen Ausblick über die Elbwiesen und das vorweihnachtliche Dresden und lernen Sie die Mitglieder des Netzwerkes beim Abendessen (noch besser) kennen.

Begleitet wird der Abend durch Musikmaschinist Peter Till und sein Universal Druckluftorchester.

Die Werkstoffe der Zukunft nutzbar machen

Den zweiten Tag möchten wir nutzen, um Ihnen einen Ausblick über mögliche Entwicklungslinien zu geben. Zu Beginn werden Julia Wolf und Veronika Aumann das smart³-Projekt „Smart Tools for Smart Design“ präsentieren. Die im Projekt entstandenen Tools vermitteln Werkstoffwissen auf anschauliche Weise und ermöglichen so z.B. Designern, sich in ihrer Arbeit mit smart materials auseinander zu setzen.

Smart Science Slam

Im Anschluss daran geben wir Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit, ihre Projektidee vorzustellen. Im Rahmen eines Science Slams bekommen die Teilnehmer jeweils sieben Minuten Zeit, Sie als Publikum von ihrer Idee zu überzeugen.

Stimmen Sie ab über die originellste und spannendste Idee und entscheiden Sie, wer das Preisgeld in Höhe von 500 € für die Verwirklichung seiner Vision gewinnen soll.

Lässt sich Innovation designen?

Des Weiteren möchten wir Ihnen den Highlight-Vortrag von Frau Dr. Claudia Nicolai (Hasso-Plattner Institut Potsdam) empfehlen, die sich mit dem Konzept des Design Thinking befasst und der Frage nachgeht, inwieweit sich Innovation auch im Rahmen von Netzwerken wie smart³ und seiner Partner fest implementieren lässt.

Danach laden wir die Netzwerkmitglieder des smart³ e.V. zur diesjährigen Mitgliederversammlung ein.

Allen anderen Besuchern der smart³-Tage steht nach dem Vortragsprogramm die begleitende Ausstellung offen. Informieren Sie sich über Demonstratoren und Prototypen aus den aktuellen FuE-Projekten oder lernen Sie unser smartes Experimentierset SmeX-Kit zur Vermittlung von Werkstoffwissen kennen.

Noch nicht zu den smart³-Tagen angemeldet?

Dann registrieren Sie sich bis zum 18. November hier!

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Smart³-Tage 2016

29./30. November

Technische Sammlungen Dresden

Junghansstraße 1-3, 01277 Dresden

Öffnung der Registrierung: 29.11., 12 Uhr

Prothesen für Flüchtlinge mit smart materials

„Wir freuen uns die smart materials der Retune Community vorzustellen.“, Christian Zöllner, Organisator des Retune Festivals über die Kooperation. Smart³ erhielt die Gelegenheit auf dem Retune Festival die Potentiale von Formgedächtnislegierungen (FGL) in einem Workshop von Refugee Open Ware (ROW) vorzustellen. ROW baut schnellgefertigte Prothesen für Flüchtlinge und fördert den Aufbau von sogenannten FabLabs in Krisengebieten. Dort können sich Flüchtlinge schnell den frei zugänglichen Werkstätten mit den neuartigen Technologien vertraut machen. Die Teilnehmer des Workshops waren sehr am Funktionswerkstoff FGL und der damit verbundenen Möglichkeit, die Prothesen noch dynamischer zu machen, interessiert. Im praktischen Teil arbeiteten die Teilnehmer gemeinsam mit den Experten an einer eigenen Handprothese und integrierten das Formgedächnismaterial. Resultat nach einem Tag Workshop waren 4 gefertige FGL-Hände. Die Organisation um Asem Hasna von ROW zeigten großes Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit.

 

 

Trauer um Vorstandsmitglied Dr. Michael Schwaar

Mit Bestürzung haben wir die traurige Nachricht, dass unser Vorstandsmitglied Dr. Michael Schwaar am 10. Oktober 2016 verstorben ist, aufgenommen. Mit seinem Engagement und seiner fachlichen Kompetenz hat er sich von Anfang an für das Netzwerk smart³ verdient gemacht. Auch über smart³ hinaus war Dr. Schwaar mit seiner Firma Metrom in vielen Projekten zum Thema smart materials engagiert. Die Beisetzung von Dr. Schwaar fand bereits am 18.10. unter großer Anteilnahme in seinem Heimatort Hartmannsdorf statt.

 

 

 

Smart³ Projekt „Smart Tools for Smart Design“ auf den Berliner Festspielen

 

http://www.berlinerfestspiele.de/media/2016/gropiusbau_2016/bilder_53/ultra/mgb16_ultra_structure_autotendante_media_gallery_res.jpg

Die Ausstellung +ultra. gestaltung schafft wissen zeigt neue Perspektiven auf Theorie und Praxis von Gestaltungsprozessen in Wissenschaft, Design und Architektur und thematisiert die Anforderungen, die wissenschaftlich-technische und gesellschaftliche Entwicklungen heute an die Gestaltung stellen.

Das smart³ Forschungsprojekt Smart Tools for Smart Design (ST4D) ist nun Teil der Ausstellung +ultra gestaltung schafft wissen im Martin-Gropius-Bau in Berlin sein wird. ST4D wurde im Forschungsschwerpunkt Experimentelle Materialforschung des Fachgebiets Textil- und Flächendesign der Weißensee Kunsthochschule Berlin im Rahmen des vom BMBF geförderten Konsortiums smart3 durchgeführt.

Wissenschaft ist Gestaltung und Gestaltung bringt Wissen hervor. Digitale Technologien haben dazu beigetragen, unsere Wahrnehmung und unser Wissen grundlegend zu verändern: Sie bestimmen Möglichkeiten, lenken und strukturieren die Handlungen des Menschen, sie formen und beeinflussen das Wissen von der physischen und virtuellen Welt. Bislang wird jedoch unterschätzt, dass menschlich, technisch oder natürlich gestaltete Dinge selbst aktiv modellieren und das Wissen mitgestalten, das sie hervorbringen.

Ab 30.09.2016 werden die Forschungsergebnisse für drei Monate im Rahmen der Ausstellung zu sehen sein. In einer Vorlesung  für Schulklassen der 8. bis 13. Klasse und eines smart material Workshops am 5.Oktober konnten die Design Tools mit smarten Werkstoffen präsentiert und getestet werden.

„Der Workshop lief super!“, fasst ST4D-Projektmitarbeiterin Julia Wolf zusammen. „Die Gruppe war bunt gemischt und bestand aus Biologen, Informatikern und Designern. Alle waren ganz begeistert dabei und wir haben ein paar schöne Ideen gesammelt.“

Im Workshop wurden die drei formveränderbaren Materialien Formgedächtnislegierungen (FGL), dielektrische Elastomeraktoren (DEA) und Piezokeramiken (PIEZO) vorgestellt. Aus Perspektive der Designerinnen Julia Wolf und Veronika Aumann sind die Funktionsweise, die technischen Voraussetzungen, die Potentiale und die vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten dieser Smart Materials gezeigt sowie „hands-on“ deren Zauberhaftigkeit durch Demonstratoren greifbar gemacht worden.

 

 

Der Traum vom fliegenden Auto

 

Am 22. September fand die fünfte Ideenwerkstatt des Innovationsnetzwerkes smart³ statt. Lena Herlitzius und Carlo Diedrichs von Triple Helix Dialog veranstalteten die Ideenschmiede im Gebäude Ensemble Deutsche Werkstätten Hellerau.

Im Sinne des inter- und transdisziplinären Ansatzes von smart³ bringt das Netzwerkstreffen Wissenschaftlicher, Designer und Betriebswirtschaftler zusammen. Das Diskussionsformat Fishbowl ist ein Instrument, um Ideen an die Oberfläche zu bringen und mit der Expertise der Beteiligten zu  untersetzen. In der lockeren Runde sind viele technologische Neuerungen in angeregten Gesprächen auf ihre Funktionalität, Innovationsgrad und Wirtschaftlichkeit diskutiert wurden.

Manchmal wird ein Einfall beim Autofahren geboren und scheint zunächst eher abstrus. Mit einer solchen abwegigen Idee stieß ein Teilnehmer eine enthusiastische Unterhaltung an: „Wer träumt nicht vom fliegenden Auto“. Eine visionäre Innovation, erreicht mit smart materials, wäre doch unschlagbar. Zunächst stieß seine Idee auf breites Schmunzeln, die in eine angeregte Diskussion mündete. Ein anderer Beteiligter fügte hinzu: „Warum nicht?“ Zunächst  seien die größten Innovationen unserer Zeit belächtet worden und nun sind sie nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken.

 

smart³ auf dem Tag der Deutschen Einheit

Sachsen ist in diesem Jahr Gastgeber für den Tag der Deutschen Einheit. Die zentralen Feierlichkeiten finden dabei vom 01. bis 03. Oktober in Dresden statt. Auf der Wissenschaftsmeile rund um die Frauenkirche stellt sich der Freistadt dabei als Forschungs- und Innovationsstandort vor. Auch wir als Innovationsnetzwerk smart³ werden an allen drei Tagen aktuelle Forschungsvorhaben sowie die darüber hinaus gehende Arbeit des Netzwerkes präsentieren. Im Präsentationspavillon der sächsischen Fraunhofer-Institute zeigen wir Demonstratoren und Prototypen, informieren über unsere Arbeit und über smart materials. Vielen Dank an smart³-Partner Fraunhofer IWU für die Unterstützung und die Bereitstellung der Ausstellungsfläche.

Darüber hinaus nehmen wir an der Vortragsreihe „Innovatives Sachsen“ teil. Dabei werden wir am Sonntag Mittag auf der Bühne des Staatskanzlei über Ziele und Aufgaben von smart³ informieren.

Wir freuen uns, Sie am Sonntag, 12:30 Uhr im Festzelt der Staatskanzlei sowie an allen drei Tagen auf an unserem Stand auf der Wissenschaftsmeile auf dem Dresdner Neumarkt zu begrüßen.

Wir begrüßen das 100. Mitglied im Netzwerk

Wir freuen uns, mit der endocon GmbH das 100. Mitglied im Innovationsnetzwerk smart³ begrüßen zu können. Das Unternehmen entwickelt, fertigt und vertreibt Endoprothesen für die kleinen Gelenke sowie wiederverwendbare chirurgische Instrumente für die Orthopädie.

Die stetig steigende Entwicklung der Mitgliederzahlen zeigt, dass der interdisziplinäre Ansatz und die gewählten Themenfelder in Industrie und Forschung Anklang finden und die FuE-Projekte unserer Mitglieder erhebliche Potenziale für die Entwicklung neuer Produkte und Fertigungstechnologien bieten.

Im April 2013 mit 31 Initialpartnern gestartet, freuen wir uns, gemeinsam mit 100 Partnern neue Produktgenerationen auf Basis von smart materials zu entwickeln.

Verschattung aus Wolle und Nickel-Titan

Wolle ist eines der Hightech-Materialien der Natur. Als nachwachsender Rohstoff verfügt sie über hervorragende Eigenschaften etwa zu Wärmeisolation, Temperaturausgleich und Feuchtigkeitsaufnahme. Das natürliche Wollfett schützt zudem auf natürliche Weise, sodass für Wolltextilien keinerlei Behandlung durch chemische Zusätze notwendig ist. Der Demonstrator UP AND DOWN verbindet die Wolle mit einem anderen Hightech-Material: in Kombination mit thermischen Formgedächtnislegierungen entstand ein lautlos fließendes Textil, das bei Sonneneinstrahlung die Fensterfläche bedeckt. Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle kombinierte die Kunststudentin Laura Risch Technik und Natur in einer Symbiose zweier Materialien, die unterschiedlicher nicht sein können, zu autarken, wetterbeständigen Möglichkeiten der Verschattung. Unterstützt wurde Sie dabei von den smart³-Werkstoffexperten des Fraunhofer IWU in Dresden.

Der von Laura Risch entworfene Demonstrator UP AND DOWN reagiert auf die Wärme, die durch Sonneneinstrahlung am Fenster entsteht; ist die Zieltemperatur erreicht, werden die integrierten Formgedächtnislegierungen aktiviert und bewegen das Textil organisch nach unten und verschatten somit das Fenster. Lässt die Intensität der Sonneneinstrahlung nach, bewirkt die spezielle Art der Verarbeitung, dass sich das Textil wieder zusammenzieht. Damit schafft UP AND DOWN eine selbstständige Verdunklung, die im Einklang mit dem natürlichen Umfeld agiert.

Betreut wurde die Arbeit von den smart³-Partnern Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und dem Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in Dresden. Entstanden ist dabei eine Möglichkeit zur Verschattung von Privatgebäuden, die zeigt, dass sich Hightechmaterialien und ein entsprechendes Know-how harmonisch in nahezu jede Umgebung integrieren lassen und dabei individuell und autark auf ihre Umgebung reagieren können.

Smart³ unterstützt Lehrveranstaltung Designentwurfsprozess der TU Dresden

Derzeit unterstützt das Innovationsnetzwerk smart³ die Lehrveranstaltung Designentwurfsprozess der Juniorprofessur Technisches Design an der TU Dresden.

Die Studierenden nutzen hier die in vergangenen smart³-Studierendenworkshops entstandenen Demonstratoren und analysieren diese hinsichtlich ökonomischer Fragestellungen. Dabei sollen insbesondere die Anforderungen für das Produktdesign und die Zielgruppe berücksichtigt werden.

Betrachtet werden die im Rahmen des CHANGE-Projektes entstandenen Demonstratoren LEAF und Solar Curtain sowie das aktive Lagerungskissen Cumulino, das im Rahmen des Smart Home Projektes entstand. Die interdisziplinären Studententeams nutzen die Demonstratoren, um Marktszenarien zu entwerfen, Produktdesignentwürfe zu generieren und Umsetzungsstrategien zu entwickeln. In der Lehrveranstaltung sollen insbesondere Kreativitätstechniken angewandt und eigene Produktideen optimiert werden.

Unterstützt werden die 30 Studenten Masterstudiengänge Technisches Design, Ingenieurpsychologie und Wirtschaftsingenieurwesen von den Materialexperten des Fraunhofer IWU, dem Projekthaus smart³ und dem Zentrum für Technisches Design der TU Dresden.

Zum Ende des Sommersemesters präsentieren die Teams ihr Gesamtkonzept, stellen ihre Weiterentwicklung der Prototypen sowie ihr Konzept zur Umsetzung der Serienreife vor.

Projektabschluss Smart Tools for Smart Design

Bei der Entwicklung von Produkten arbeiten oft Teams unterschiedlicher Disziplinen zusammen. Zur Lösung einer Aufgabe verfolgen die Teammitglieder dabei je nach Denkmuster und Arbeitsweise unterschiedliche Herangehensweisen. Tendieren Ingenieure dazu, gradlinig eine Problemlösung zu fokussieren, sind Designer in ihrer explorativen Arbeitsweise offener für neue Ansätze und agieren spielerisch bei der Umsetzung ihrer Ideen.

Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Smart Tools for Smart Design“ hat sich zum Ziel gesetzt, für genau diese Denk- und Arbeitsweisen von Ingenieuren und Designern eine gemeinsame Sprache zu finden und so eine produktive Zusammenarbeit unterschiedlicher Disziplinen zu ermöglichen. Design und Technologie sollen möglichst früh im Entwicklungsprozess miteinander verzahnt werden, um innovative, zukunftsweisende Produkte und Technologie zu schaffen.

„Smart Tools for Smart Design“ ist ein Projekt des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Netzwerkes smart³ unter Führung des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU. In dem interdisziplinären Netzwerk arbeiten Ingenieure, Designer, Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler sowie Unternehmer gemeinsam am kommerziellen Durchbruch von Produkten auf Basis sogenannter smart materials. Hierbei handelt es sich um Werkstoffe, die sich selbstständig an veränderte Umweltbedingungen anpassen bzw. ihre Eigenschaften durch äußere Einflüsse gezielt so verändern, dass sie optimal an ihre Umgebung angepasst sind. Die Erhöhung der Akzeptanz dieser noch relativ unbekannten Werkstoffe sowie deren Anwendung in Produktions- und Medizintechnik, Lifestyleprodukten und Verkehrsmitteln erfordern genau diese Kooperation über Denkmuster und Disziplinen hinweg. Die verschiedenen Perspektiven und Expertisen der Netzwerkpartner ermöglichen den angestrebten Paradigmenwechsel in der Produktentwicklung hin zu smarten Produkten und Bauteilen.

Die Ergebnisse aus dem Projekt „Smart Tools for Smart Design“ unterstützen die Zusammenarbeit zwischen Ingenieuren und Designern im Bereich smart materials. Dazu bündelten die Werkstoffexperten verschiedenen Fraunhofer-Institute ihr Fachwissen über die im Netzwerk smart³ betrachteten Materialien in Form einer speziellen Werkstoffdatenbank. Diese wurde anschließend von den Designexperten der Weißensee Kunsthochschule Berlin um designrelevante Parameter erweitert. Darauf aufbauend entstanden mit den „Smart Tools“ Hilfsmittel zur Vermittlung des Werkstoffwissens an technische Laien. Diese Materialkarten, Demonstratoren und Videoclips wurden im Rahmen von „Smart Design“-Pilotprojekten zur Wissensvermittlung an internationale Designstudenten erprobt und optimiert.

Das smart³-Projekt „Smart Tools for Smart Design“ schafft damit eine gute Grundlage für die erfolgreiche Zusammenarbeit von Designern und Ingenieuren im Entwicklungsprozess smarter Produkte. Vorgestellt werden die Ergebnisse des Projekts auf dem Abschlusssymposium am 24. Mai 2016 in Berlin. Alle Interessenten sind dazu herzlich an die Weißensee Kunsthochschule Berlin eingeladen. Ab 16 Uhr werden die Projektverantwortlichen ihre Arbeit und die entstandenen Ergebnisse präsentieren sowie erste, auf dem Projekt aufbauende, Arbeiten präsentieren.

Die Weißensee Kunsthochschule Berlin lädt Sie herzlich zum feierlichen Abschlusssymposium des Forschungsprojekts am 24. Mai 2016 ein.

Dienstag, 24.05.2016
16:00 – 20:00 Uhr

kunsthochschule berlin weißensee
Bühringstraße 20
13086 Berlin

Programm Abschlusssymposium:

16:00 Uhr
Begrüßung – Rektorin Leonie Baumann
Praktische Designforschung – Prof. Dr. Zane Berzina

16:20 Uhr
Smart Tools for Smart Design – Linda Weisheit und Veronika Aumann

17:15 Uhr
Smart Materials Satellites – Julia Wolf
SoundAdapt – Paula van Bummelen
Physiognomia – Julia Danckwerth

17:45 Uhr
Textile Prototyping Lab – Essi-Johanna Glomb
CHANGE – Potentiale adaptiver Oberflächen in der Architektur – Prof. Christiane Sauer

18:15 Uhr
Putting Materials on Stage – Prof. Aart van Bezooijen

19:00 Uhr
Apéro

Chamäleon-Membran für Green Product Award nominiert

Der Green Product Award ist ein jährlich stattfindender, internationaler Wettbewerb für innovative, nachhaltige Design-Produkte und -Konzepte. Seit 2014 bietet er eine Plattform für „grünen“ Wissenstransfer über die sich Designer, Produzenten und Experten vernetzen und bei der Produktentwicklung, -einführung und -vermarktung unterstützt werden können. Beim diesjährigen Award konnte sich die Chamäleon-Membran durchsetzen und wurde von der Jury in die „Green Selection 2016“ gewählt.

Die Chamäleon-Membran der Designerin Madlen Deniz setzt an der dem Chamäleon eigenen Funktion des Farbwechsels bei Veränderung der Sonneneinstrahlung bzw. Temperaturveränderung an. Die Rolle der in den verschiedenen Ebenen eingelagerten Pigmentzellen der Chamäleonhaut wird hier von farbigen Fassadenelementen übernommen, die mit Hilfe der Formgedächtnislegierung zueinander verschiebbar sind. Hohe Temperaturen bzw. Überhitzung führen dazu, dass sich die aus den Elementen gebildete, sonst teilweise offene Fläche komplett schließt.

Entstanden ist die Chamäleon-Membran im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in Dresden und der Weißensee Kunsthochschule Berlin.

Neben der Aufgabe der Temperaturregelung fungiert die Oberfläche auch als ein variables Display, dass mit seiner Umgebung kommuniziert.

Mit der Aufnahme in die „Green Selection 2016“ wird die Chamäleon-Membran im Green Product Book 2016 veröffentlicht. Zudem wird sie im Oktober auf der Designers‘ Open in Leipzig zu sehen sein.

Weiterentwicklung der smart³-Strategie

Auf dem Strategie- und Vernetzungsworkshop von smart³ am vergangenen Freitag berieten die Teilnehmer unter anderem über die Anpassung und Erweiterung der strategischen Ausrichtung des Netzwerkes. So wurden die bereits laufenden Projekte innerhalb der Roadmaps der Themenfelder verortet. Darauf aufbauend entwickelten die Vertreter aus Industrie und Forschung künftige Schwerpunktthemen für die weitere Arbeit des Netzwerkes.

Darüber hinaus bot der Workshop den Netzwerkpartnern zudem einen geeigneten Rahmen, sich über die unterschiedlichen Projekte innerhalb von smart³ auszutauschen und gemeinsame Ideen zu entwickeln.

Die Ergebnisse des Workshops werden nun aufbereitet und an Vorstand und Beirat von smart³ weitergeleitet, um schließlich in die Weiterentwicklung der strategischen Ausrichtung des Innovationsnetzwerkes einzufließen.

Smart materials im Physikunterricht

Seit Anfang Februar lernen die Schüler der 9. Klasse des Dresdner Vitzthum-Gymnasiums im Rahmen der naturwissenschaftlichen Vertiefung „Messen, Steuern, Regeln“ physikalische Gesetzmäßigkeiten mithilfe von smart materials kennen. Dazu startete mit maßgeblicher Beteiligung von smart³ Anfang Februar die Experimentierreihe mit einem Einblick in die Materialien im Makerspace der SLUB. Die Schüler konnten die smart³-Demonstratoren bestaunen und erste Ideen auf Basis von smart materials entwickeln.

Die darauffolgenden zwei Unterrichtseinheiten im Gymnasium wurden vom smart³-Team begleitet und betreut. Inhalte des experimentellen Unterrichts waren zunächst das Kennenlernen der Materialeigenschaften und deren Anwendungsbereiche. Kern des anwendungsbezogenen Unterrichtes ist ebenfalls das eigenständige Erarbeiten von Materialwissen und eigene Überlegungen zu einem Projekt mit Formgedächtnislegierungen (FGL). Dazu haben Miriam Walther und Christian Walter vom Innovationsnetzwerk smart³ gemeinsam mit Andreas Kaiser vom Vitzthum-Gymnasium potentielle Ideen und den Schülern als Inspiration für ihre Projekte mitgegeben. Einen Teil der gesammelten Ideen sehen Sie auf unserem YouTube-Kanal.

Theoretisches Wissen konnte im Zuge des Unterrichtes anhand von Arbeitsblättern und Videos vermittelt werden. Im praktischen Teil haben die Gymnasiasten eine Zugfeder aus FGL-Draht hergestellt. Diese selbsthergestellte Feder ist in einen Folge-Versuch verwendet worden, um die reversible Verformung von FGL wahrnehmbar zu machen. Die Schüler beobachteten das Auslösen des FGL-Effektes im Wasserbad bei Erwärmung. In einem weiteren Experiment berechneten die Jugendlichen den spezifischen elektrischen Widerstand von FGL.

Im Moment findet für die wissenschaftsaffinen Schüler Vertiefungsunterricht in Biologie und Informatik statt. Ab 9. Mai wird der FGL-Unterricht fortgeführt. Die Schüler arbeiten dann mit Unterstützung von smart³ an ihren eigenen smarten Projekten.

Nach Abschluss des Unterrichtes wird die findigste Idee auf der Vitzthum-Messe im Gymnasium-Komplex  zu sehen sein.  Die Kooperation selbst wird im Juni weiter ausgebaut. Der Experimentier-Baukasten, welchen Maschinenbau-Praktikant Christian Walter und Projekthaus-Mitarbeiterin Miriam Walther konzipieren, wird mit ausgesuchten Schülern versuchsweise auf Praktikabilität getestet. Ziel ist die Herstellung eines Baukastens mit smart materials, der vom gesamten Konsortium genutzt werden kann.

smart³-Idee gewinnt Fraunhofer Ideenwettbewerb

Am 23. und 24. Februar fanden in München die Pitches zum Fraunhofer-Ideenwettbewerb statt. Gesucht wurden innovative Ideen für originelle Endverbraucher-Produkte. Die 14 besten Ideen durften sich dabei im Rahmen so genannten Elevator Pitches präsentieren; jeder Vortragende erhielt 90 Sekunden Zeit, das Publikum von seiner Idee zu begeistern.
Unter den Finalisten waren mit LEAF, dem Experimentierset für smart materials SmEx-Kit und der intelligenten Fassade Solar Curtain gleich drei smart³-Ideen.

Prämiert wurden an beiden Tagen jeweils die drei Ideen mit den meisten Stimmen. Dabei konnte die smart³-Idee der intelligenten Fassade „Solar Curtain“ das 400-köpfige Publikum überzeugen und den 1. Platz erzielen. Vorgestellt wurde das System zur Verschattung großer Glasfassaden von Mattes Brähmig vom Projekthaus smart³.

Solar Curtain entstand im Rahmen eines Studierendenprojektes zwischen den smart³-Partnern Fraunhofer IWU und der Weißensee Kunsthochschule Berlin. Die an Blüten erinnernden Fassadenelemente reagieren autark auf Sonneneinstrahlung und die dadurch entstehende Wärme und schützen so selbstständig große Glasfassaden vor Hitzeeintrag. Das Projekt der Designerin Bára Finnsdóttir nutzt dabei Formgedächtnislegierungen für die Ansteuerung der textilen Blütenelemente. Erwärmt sich die Fassade durch die auftreffenden Sonnenstrahlen, werden diese Drähte aus einer Nickel-Titan-Legierung aktiviert, sie ziehen sich zusammen und öffnen dadurch geräuschlos die textilen Komponenten. Die Glasfassade wird verschattet, Sonnenlicht und Wärme dringen nicht mehr in den Raum ein. Verschwindet die Sonne wieder hinter den Wolken, schließen sich die Elemente und die Fassade ist wieder transparent.

Diese Auszeichnung zeigt, dass im Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure innovative Ideen mit großem Potenzial entstehen können und spornt uns an, die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Konsortium weiter voranzutreiben.

 

Neuer 3D-Drucker für den Makerspace

Makerspaces sind offene Werkstätten, in denen Menschen ihre Ideen mit Hilfe von 3D-Druckern, Lasercuttern, Tiefziehmaschinen und anderen Werkzeugen in die Realität umsetzen können. Auch die SLUB Dresden verfügt über einen solchen Raum, der den Kreativen aus Dresden und Umgebung zur Verfügung steht. Seit seiner Eröffnung im Februar 2015 wird der Makerspace der SLUB Dresden sehr gut angenommen, immer mehr Menschen möchten ihre Ideen hier verwirklichen.

Von Beginn an unterstützt smart³ den Makerspace. Er ist der geeignete Ort für die Verwirklichung neuer Ideen, für das Querdenken und das Ausprobieren über die eigenen Fachgrenzen hinaus. Das entspricht dem Grundgedanken von smart³. Damit diese Ideen noch besser und schneller umgesetzt werden können, übergab Mattes Brähmig vom Projekthaus smart³ einen neuen 3D-Drucker an Dr. Jens Mittelbach, Leiter der Abteilung Nutzung und Information der SLUB Dresden. Damit möchten wir uns auch für die sehr gelungene Zusammenarbeit im vergangenen Jahr bedanken. So möchten wir auch 2016 an die gemeinsamen Workshops aus dem vergangenen Jahr anknüpfen und die Zusammenarbeit weiter ausbauen. Damit bietet der Makerspace der SLUB Dresden auch in diesem Jahr seinen Nutzern wieder hervorragende Bedingungen, der eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen.

Smart³ Ideenwerkstätten 2016 gestartet

Die Ideenwerkstätten dienen sowohl der Vernetzung der Partner innerhalb des Netzwerkes als auch zur Ideenfindung für gemeinsame FuE-Projekte im Rahmen von smart³. In den vier Ideenwerkstätten, die sich thematisch an den Themenfelder des Netzwerkes ausrichten, können so erste Ansätze diskutiert und neue Partner gewonnen werden.

Die ersten beiden Ideenwerkstätten zu den Themen smart mobility und smart production fanden bereits in den Räumen des Gebäudeensembles Deutschen Werkstätten Hellerau und den Technischen Sammlungen Dresden statt. Am 20. und 21.01. finden darüber hinaus die Workshops zu den Themenfeldern smart living und smart health statt. Interessenten können sich hier anmelden.

Am 26.02. findet zudem in Dresden der Leitbild-Workshop zur Weiterentwicklung der Netzwerkidentität statt. Auch hierzu sind alle smart³-Mitglieder herzlich eingeladen.

Aus dem Netzwerk: Ingenieur des Monats – Christian Rotsch vom smart³-Mitglied Fraunhofer IWU

Die Ingenieurnachwuchs-Initiative think ING. kürt monatlich den Ingenieur des Monats. Im Dezember 2015 war dies der Medizintechnik-Ingenieur Christian Rotsch, der beim smart³-Partner Fraunhofer IWU neue Implantate entwickelt und bestehende Technologien optimiert.

Hier gibt es den vollständigen Beitrag zum Ansehen

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„Wir erleben ein neues Zeitalter der Materialtechnologie“

Am 7. Dezember lud das Innovationsnetzwerk smart³ zum diesjährigen smart³-Tag in die Sächsische Landes-, Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) ein. Im Mittelpunkt standen dabei die ersten Ergebnisse aus den bereits angelaufenen FuE-Projekten sowie die Zusammenarbeit im Netzwerk.

Um am Markt zu bestehen und diesen mitgestalten zu können, brauche der Mittelstand innovative neue Produkte, so der stellvertretende Vereinsvorsitzende Jörg Schicktanz vom Oberlausitzer Kunststoffteilehersteller Schicktanz GmbH Sohland/Spree. Um dies zu erreichen setzen er und die anderen Mitglieder von smart³auf die Zusammenarbeit in interdisziplinären Projektteams zur Entwicklung neuer Produkte und Verfahren auf Basis von smart materials. Die Ansätze dieser Arbeit sowie aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen stellte das Netzwerk zum smart³-Tag seinen Partnern und Interessenten am 7. Dezember vor. Im Anschluss an die netzwerkinterne Mitgliederversammlung gaben Posterpräsentationen und Demonstratoren einen ersten Überblick über die Innovationskraft der Beteiligten. Vorgestellt wurden Projekte aus den Themenfeldern smart production, smart living, smart health und smart mobility sowie Weiterentwicklungen der Strategie des Netzwerkes.

Im anschließenden Expertentalk sprachen Mitglieder von smart³ über die Herausforderungen und Vorzüge der Arbeit in einem interdisziplinär besetzten Projektteam. Während sich smart³-Projektleiter Holger Kunze für die Zukunft vor allem innovative neue Produktideen und viele rauchende Köpfe wünschte, sprach Roland Schwarz, Direktor der Technischen Sammlungen Dresden von den spannenden Möglichkeiten, die sich durch den Übergang in das Technologiezeitalter intelligenter Materialien ergeben.

Abgerundet wurde der Tag schließlich mit der Präsentation des Makerspace, einer Kooperation zwischen smart³ und der SLUB Dresden, die Kreativen Raum und Möglichkeit bietet, ihre Ideen praktisch mit Hilfe von 3D-Drucker, Tiefziehmaschine oder anderen Werkzeugen umzusetzen. Studenten der Junior-Professur Technisches Design an der TU Dresden präsentierten in diesem Rahmen unter anderem die Ergebnisse aus den Projekten „smart materials trifft Jahr des Lichts“ und „Wirkliches Erleben – Fahrzeuginterieur von morgen“.

Sowohl die FuE- als auch die Studentenprojekte zeigen, welches Potenzial im Bereich smart materials liegt und wie insbesondere interdisziplinäre Teams aus Ingenieuren, Sozialwissenschatlern, Designern und Unternehmern dazu beitragen können, Produkte nicht nur zu verbessern, sondern mit Hilfe neuer Materialien und Technologien neu zu denken.

Smartes Experimentieren beim MINT-Fachtag

Eine der Zielstellungen des Innovationsnetzwerkes smart³ ist die interdisziplinäre Vernetzung, insbesondere verbunden mit der Information der Öffentlichkeit über die besonderen Materialeigenschaften von smart materials. Ein Ansatz dazu ist die Entwicklung eines Experimetier-Sets mit Formgedächtnislegierungen (FGL). Angesprochen werden damit Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene, die sich für Materialwissenschaften begeistern.

Am 3. Dezember veranstaltete der Landesverband Sächsischer Jugendbildungswerke e.V. einen FGL-Workshop im Rahmen des MINT-Fachtages. Geleitet wurde der Workshop von Miriam Walther aus dem Projekthaus smart³. Dabei wurde über die Eigenschaften, Anwendungsbereiche und offene Fragestellungen des Funktionswerkstoffes informiert. Zentraler Bestandteil des Workshops war natürlich das Experimentieren mit FGL. Praxisaufgabe war, in kleinen Teams einen FGL-Draht in eine Sternform zu konditionieren. Während der 30 Minuten, die der Draht für die Konditionierung im Keramikofen benötigte, wurde eifrig über unterschiedliche pädagogische Herangehensweisen diskutiert, offene Fragen zum Material und wichtige Punkte in der didaktischen Umsetzung konnten besprochen werden.

Weitere Veranstaltungen mit Kindern und Jugendlichen sind unter anderem mit dem VDIni-Club und dem Landesverband Sächsischer Jugendbildungswerke e.V. geplant.

smart³ auf der Red Dot Design Konferenz

Das Red Dot Design Museum Essen widmete dem Thema smart materials am 18. November seine besondere Aufmerksamkeit. 15 Referenten widmeten sich den Fragen, welche Rolle innovative Materialien aktuell das Design beeinflussen und welche Potenziale sich durch den Einsatz von Funktionswerkstoffen ergeben. Einer der Key-Note-Speaker der Konferenz war smart³-Beirat Dr. Sascha Peters.

Zu den Referenten gehörte auch Holger Kunze, Projektleiter smart³ und Hauptabteilungsleiter Mechatronik am Fraunhofer IWU in Dresden. In seinem Vortrag sprach er über die Rolle des Designs bei der Anwendung von smart materials und ging auf die Besonderheiten interdisziplinärer Projekte im Zusammenhang mit smart materials ein. Dabei zeigten er und Professor Frithjof Meinel (Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und Vorstand der Stiftung SYN Halle) anhand der Projekte des Innovationsnetzwerkes smart³, wie Ingenieurs- und Designwelten zu designbasierten Forschungsansätzen zusammengeführt werden können, um den angestrebten Paradigmenwechsel in der Produktentwicklung zu erreichen.

Die Konferenz bildete gleichzeitig die Eröffnung der noch bis Januar 2016 laufenden Sonderausstellung „Smart Materials and Solutions for better Product Design“.