Wolle ist eines der Hightech-Materialien der Natur. Als nachwachsender Rohstoff verfügt sie über hervorragende Eigenschaften etwa zu Wärmeisolation, Temperaturausgleich und Feuchtigkeitsaufnahme. Das natürliche Wollfett schützt zudem auf natürliche Weise, sodass für Wolltextilien keinerlei Behandlung durch chemische Zusätze notwendig ist. Der Demonstrator UP AND DOWN verbindet die Wolle mit einem anderen Hightech-Material: in Kombination mit thermischen Formgedächtnislegierungen entstand ein lautlos fließendes Textil, das bei Sonneneinstrahlung die Fensterfläche bedeckt. Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle kombinierte die Kunststudentin Laura Risch Technik und Natur in einer Symbiose zweier Materialien, die unterschiedlicher nicht sein können, zu autarken, wetterbeständigen Möglichkeiten der Verschattung. Unterstützt wurde Sie dabei von den smart³-Werkstoffexperten des Fraunhofer IWU in Dresden.

Der von Laura Risch entworfene Demonstrator UP AND DOWN reagiert auf die Wärme, die durch Sonneneinstrahlung am Fenster entsteht; ist die Zieltemperatur erreicht, werden die integrierten Formgedächtnislegierungen aktiviert und bewegen das Textil organisch nach unten und verschatten somit das Fenster. Lässt die Intensität der Sonneneinstrahlung nach, bewirkt die spezielle Art der Verarbeitung, dass sich das Textil wieder zusammenzieht. Damit schafft UP AND DOWN eine selbstständige Verdunklung, die im Einklang mit dem natürlichen Umfeld agiert.

Betreut wurde die Arbeit von den smart³-Partnern Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und dem Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in Dresden. Entstanden ist dabei eine Möglichkeit zur Verschattung von Privatgebäuden, die zeigt, dass sich Hightechmaterialien und ein entsprechendes Know-how harmonisch in nahezu jede Umgebung integrieren lassen und dabei individuell und autark auf ihre Umgebung reagieren können.

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